
31. August 2012 in Österreich
Eisenstädter Bischof Zsifkovics zu Themen wie Abtreibung, "Homo-Ehe" oder Bioethik: "Kirche muss wie ein Prophet auf der Seite der Wahrheit stehen, unabhängig vom Preis, den sie dafür zu zahlen hat."
Zagreb (kath.net/KAP) Die katholische Kirche muss trotz Kritik an ihren Positionen zu Themen wie Abtreibung, "Homo-Ehe" oder Bioethik festhalten: Das hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics bei einem Gottesdienst zum kroatischen Märtyrertag in der Stadt Udbina bei Rijeka betont.
Nenne die Kirche "Dinge beim Namen" und trete etwa dagegen auf, dass sich der Mensch in der Genforschung zum Schöpfer aufspiele, werde sie als "rückständig", "konservativ" und "Hindernis auf dem Weg in die Zukunft" kritisiert, erklärte Zsifkovics laut der kroatischen katholischen Nachrichtenagentur IKA in seiner Predigt am 25. August.
Wolle die Kirche ihrer Mission treu bleiben, dürfe sie dennoch nicht schweigen, so der Bischof: "Sie muss wie ein Prophet auf der Seite der Wahrheit stehen, unabhängig vom Preis, den sie dafür zu zahlen hat."
Gerade in Kroatien müsse die katholische Kirche heute eine "Stimme der Hoffnung" sein, appellierte Zsifkovics, der selbst Burgenlandkroate ist. So wie er Angst um die Zukunft eines Europa habe, in dessen Verfassung die namentliche Erwähnung Gottes nicht erlaubt ist, würde er sich auch um ein Kroatien sorgen, "in dessen Grundfesten die christlichen Werte nicht mehr enthalten sind", sagte der Bischof.
Angesichts dieser Entwicklungen sei es Aufgabe der Kirche "eine prophetische Stimme" zu sein, "die dieser Nation unermüdlich verkündet, dass Gott sie nicht getäuscht, verlassen oder vergessen hat". Kroatien werde heute erniedrigt "wie ein Bettler, der kriechend an die Tür der alten Damen Europa klopft". Das 1991 unabhängig gewordene Land opfere dabei viele Dinge von Wert und Reichtum für jene "Brotkrümel, die auf den Tischen der Reichen und Mächtigen bleiben", so Zsifkovics.
Viele würden Kroatien heute als "Land ohne Hoffnung" wahrnehmen, als Land "voller Menschen, die von Lethargie und Verzweiflung übermannt sind, mit enttäuschten Veteranen und jungen Menschen, die ihre Zukunft sehen überall sehen, nur nicht in der Heimat". In dieser Situation sende die Erinnerung an die kroatischen Märtyrer eine Botschaft, die von einer "aufrichtigen und unerschütterlichen Kirche" zeugt. "Diese Nation ist stolz auf ihre Geschichte und die christlichen Werte", betonte der Eisenstädter Bischof.
Der Märtyrertag erinnert an die Schlacht von Krbava im Jahre 1493. Auf der Ebene von Krbava hatte das kroatisch-slawonische Heer am 9. September 1493 eine vernichtende Niederlage gegen die Osmanen erlitten. Den Türken gelang in der Folge der Vormarsch bis weit in den Norden Kroatiens.
Erst im 17./18. Jahrhundert konnten die Osmanen schließlich zurückgedrängt werden. Die südlich der Una gelegenen Teile des alten Kroatien blieben aber beim Osmanischen Reich. Sie wurden auch von den Österreichern nach der Bosnien-Annektion 1908 nicht an Kroatien angegliedert, sondern blieben bosnische Bezirke.
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