Belgien: Keine öffentlichen Messen mehr im Klarissenkloster?

21. August 2012 in Aktuelles


Bürgermeister: Die örtliche Polizei könne nicht jeden Sonntag das Kloster bewachen. Auch solle der Orden die Personen, die sich zu Einkehrtagen ins Kloster zurückziehen, genau begutachten.


Brüssel (kath.net/KNA) In dem belgischen Klarissenkloster, das Dutroux' Ex-Frau und Komplizin Michelle Martin Unterschlupf gewähren will, sollen nach dem Willen des örtlichen Bürgermeisters keine öffentlichen Sonntagsmessen mehr stattfinden. Er habe den Orden darum gebeten, um die Sicherheit des Klosters und Martins zu gewährleisten, sagte der Bürgermeister von Namur, Maxime Prevot, der belgischen Tageszeitung «Le Soir» (Montag). Die örtliche Polizei könne nicht jeden Sonntag das Kloster bewachen. Auch solle der Orden die Personen, die sich zu Einkehrtagen ins Kloster zurückziehen wollten, genau begutachten. Der Bürgermeister hat Medienberichten zufolge auch bereits den belgischen Innenminister um Unterstützung gebeten, weil die lokale Polizei die Bewachung auf Dauer nicht leisten könne.

Michelle Martin werde das Kloster voraussichtlich nicht verlassen, erklärte der Bürgermeister laut Zeitungsbericht. Auch die Klarissen seien sich bewusst, dass es besser sei, wenn Martin im Kloster bleibe. So würden Unruhen in Namur vermieden.

Ende Juli hatte die belgische Justiz entschieden, Martin wegen guter Führung auf Bewährung und unter Auflagen vorzeitig freizulassen. Der Oberste Gerichtshof wird sich am 28. August zu möglichen Verfahrensfehlern äußern. Bis dahin bleibt Martin in Haft. Im August 1996 war sie gemeinsam mit dem Kinderschänder Marc Dutroux verhaftet und 2004 zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Inzwischen hat sie 16 Jahre ihrer Haftzeit abgesessen. Das Urteil gegen sie erging, weil sie zwei junge Mädchen in einem Kellerversteck verhungern ließ. Das Klarissen-Kloster in Malonne bei Namur hatte die Bereitschaft zur Aufnahme Martins nach ihrer Entlassung signalisiert. Am Sonntag hatten 5.000 Menschen in Brüssel gegen die vorzeitige Freilassung Martins demonstriert.

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