Attentatsopfer: 'Yeah, ich vergebe ihm!'

17. August 2012 in Spirituelles


18-jähriges Opfer des Aurora-Kinoattentats verzeiht aus christlichen Motiven dem Amokläufer, der mit einer Kugel ihr Knie komplett zerschmettert hat.


Aurora (kath.net/LSN/pl) „Als ich angeschossen wurde, mitten in diesem Chaos, da dachte ich nicht an den Täter wie an eine Person, als jemand, der mich töten wollte. Doch als ich ihn später im Fernsehen sah, da wollte ich nur weinen. Ich fühlte so viel für diesen Mann, der so zerbrochen ist, der die Hoffnung nicht kennt, die wir Christen haben, der die Gnade Gottes nicht versteht, und der Jesus nicht hat.“ Die sagte Bonnie Kate Pourciau (Foto) über den Amokläufer im Aurora-Kino, der ihr mit einer Kugel das Knie völlig zerschmettert hat. Der möglicherweise psychisch gestörte Täter James Holmes hatte in Aurora (US-Bundesstaat Colorado) dreizehn Menschen erschossen (darunter ein ungeborenes Kind) und 58 weitere Kinobesucher verletzt. Die 18-jährige Bonnie, eine praktizierende Christin, verzeiht Holmes, was er ihr angetan hat.

Bonnie berichtete, was sie im Aurora Kino erlebt hatte. Bald nach Beginn des Batman-Films flog „etwas wie ein Geschoss über die Leinwand und explodierte“. Sie habe zuerst gedacht, jemand mache Unsinn, doch dann habe „ein Kerl eine ganze Salve abgefeuert. Menschen schrien. Es war dunkel und teuflisch.“ Im Kugelhagel, so erinnerte sich Bonnie, habe sie ihre Freundin auf den Boden heruntergezogen, beide Mädchen suchten Schutz hinter den Kinositzen. Dann spürte sie einen „heftigen Klatsch“ auf ihr Bein. „Ich wusste nicht, wie schlimm es ist und ich hoffte, dass es, was immer es war, meine Haut nur angekratzt hat“. Bonnie betete bereits die ganze Zeit und als nachdem sie angeschossen wurde, war sie nicht verängstigt. „Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll, aber Gott erfüllte mich mit Frieden. Ich fühlte mich ihm so nah und er umgab uns mit seinem Frieden. Obwohl ich mitten in Schmerz in jener Dunkelheit, jenem Chaos und der Präsenz des Bösen war, fühlte ich doch Gottes Nähe.“ Erst als sie fliehen wollte, bemerkte sie, dass ihr Knie komplett in Einzelteile zerschossen war, „es schien nicht länger ein Teil meines Körpers zu sein“. Doch auch nun, sogar "inmitten eines Schmerzes, der so gewaltsam war, dass er meinen ganzen Körper erzittern lies, fühlte ich, dass Gott da war, mich hielt, mich tröstete“.

Inzwischen möchte sie dem Täter sagen - und sie wünsche, dass er das verstehen und wissen und fühlen könnte -, „dass es Vergebung gibt. Ich wünsche, er könnte bereuen und einsehen, wie gebrochen er ist, so dass er verstehen kann, was er getan hat und wie er diese Menschen verletzt hat“. Die 18-Jährige gibt zu, dass ihre Entscheidung, dem Todesschützen zu vergeben, nicht immer leicht zu leben ist. „Manchmal, wenn ich Schmerzen habe, möchte ich ärgerlich werden und dann denke ich: ‚Oh! Warum hat er das getan?‘. Doch dann denke ich daran, wo er jetzt ist und mein Herz bricht für ihn und ich wünsche mir einfach, ich könnte ihn umarmen und ihm sagen, es gibt Vergebung. Ich wünsche mir, er könnte seine Sünde verstehen und das, was er getan hat, aber nicht, damit er darin beharrt, sondern um zur Umkehr fähig zu werden und zu verstehen, dass es Vergebung von Gott her gibt, der seinen Sohn Jesus gesandt hat, damit dieser für so böse Menschen wie er sterbe.“ Aus ihrer eigenen Kraft heraus würde Bonnie Kate den Täter hassen. Doch „yeah, ich vergebe ihm! Ich mach das. Ich bin inmitten von vielen Schmerzen und es ist hart, aber ich vergebe ihm.“

Bonnies erste Operation nach dem Amoklauf dauerte sieben Stunden. Es besteht etwas Hoffnung, dass sie den Gebrauch ihres völlig zerschmetterten Knies zurückerhalten wird.



Foto Bonnie Kate Pourciau: © Lifesitenews


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