
14. Juni 2012 in Weltkirche
Die Haltung des Heiligen Stuhls zum Status Jerusalems sei und bleibe unverändert, in den jüngsten Verhandlungen zwischen Vatikan und Israel ging es um strittige Rechts- und Eigentumsfragen
Jerusalem (kat.net/KNA) Gegen Kritik an den haben die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes Stellung bezogen. Die Haltung des Heiligen Stuhls zum Status Jerusalems sei und bleibe unverändert, heißt es in einem am Dienstagabend veröffentlichten Schreiben.
Vertreter von Fatah, Hamas und der Arabischen Liga hatten dem Vatikan vorgeworfen, die Verhandlungen seien eine implizite Anerkennung der Souveränität Israels über das besetzte Ostjerusalem. Das derzeit verhandelte Abkommen berücksichtige ausschließlich wirtschaftliche und steuerliche Aspekte und habe keine politischen Konsequenzen, betonen die Bischöfe. Fragen zum Status Jerusalems, insbesondere Ostjerusalems, seien nicht Teil der Gespräche; es werde nur um Kirchenbesitz auf israelischem Staatsgebiet verhandelt.
Weiter verweisen die Bischöfe auf jüngste Äußerungen des vatikanischen Außenministeriums. Die Kirche verlange von Israel die Gleichbehandlung kirchlicher Einrichtungen auf dem ganzen Gebiet seiner Machtausübung, also als souveräner Staat Israel oder als Besatzungsmacht. Fatah-Kommissar Nabil Schaath hatte den Heiligen Stuhl am Montag vor einem Abkommen mit Israel gewarnt und ihn aufgefordert, «seine historische Position zugunsten der Rechte der Palästinenser» zu bestätigen und das Heilige Land gegen eine «aggressive israelische Politik» zu verteidigen.
Die Verhandlungen zwischen Israel und dem Vatikan ziehen sich seit mehr als 15 Jahren hin. Vor allem geht es um eine Steuerbefreiung für katholische Schulen, Krankenhäuser, Altenheime und Gästehäuser von der Kommunalsteuer im Heiligen Land. Israel will diese Vereinbarung modifizieren, die bis in osmanische Zeit zurückreicht. Der Vatikan beharrt auf einer Beibehaltung, weil sonst der Bestand kirchlicher Organisationen gefährdet sei.
(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
© 2012 www.kath.net