Erziehungswissenschaftler: Rottenburger Caritasäußerung 'beschämend'

25. Mai 2012 in Deutschland


Albert Wunsch: Caritasverband betätige sich hier „als Lobbyist in eigener Sache“, „um als Träger von Krippen diese weiter auszubauen“ und habe sich vom christlichen Menschenbild und der katholischen Soziallehre verabschiedet


Rottenburg (kath.net) “Beschämend“. So bezeichnete der Erziehungswissenschaftler und Hochschuldozent Albert Wunsch die jüngsten Äußerungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Betreuungsgeld. Darüber berichtete die Internetzeitung „Die Freie Welt.net“. Damit zeige sich, dass sich der Caritasverband vom christlichen Menschenbild und der katholischen Soziallehre eindeutig verabschiedet habe. Auch dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart den Krippenausbau „alternativlos“ nennt, beweise deren „Mangel an Argumentationsfähigkeit“.

Wunsch erläuterte weiter, dass man „2/3 aller Eltern finanziell massiv“ benachteilige und deren Erziehungsleistung diskreditiere, wenn man sich gegen das Betreuungsgeld ausspreche und statt dessen auf die Krippe setze. Der Erziehungswissenschaftler erläuterte: „Um in ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben“ leben zu können, bräuchten Kinder „aktive Eltern“ und keine Krippen.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und ihr Caritasverband hatten sich gegen Kinderbetreuungsgeld ausgesprochen, kath.net hat berichtet. Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp und Caritasdirektor Prälat Wolfgang Tripp behaupteten, dass ein Kitabesuch „biographische Erfolgsfaktoren“ stärke. Eine qualifizierte außerfamiliäre Betreuung biete Kindern wichtige Lern- und Erfahrungsräume. „Sprachliche Förderung und Integration in frühen Lebensjahren können ihrer Biografie eine wichtige Wendung zu einem selbstbestimmten Leben geben“, hatte Tripp ausgeführt.

Foto: (c) Diözese Rottenburg-Stuttgart


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