Kardinal Kasper: Manches Jammern ist geradezu gottlos!

19. Mai 2012 in Deutschland


Deutscher Kurienkardinal: Die Kirche stelle sich in Deutschland bisweilen als eine Art Sozialverein dar, der nicht mehr unterscheidbar sei von vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen - Kirchenkrise wegen "mangelnde(r) Anpassung an Jesus Christus"


Mannheim (kath.net)
Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat am Freitag beim Katholikenktag in Mannheim dazu aufgerufen, die Gottesfrage wieder in den Mittelpunkt zu stellen. "Wir sind in der Krise, weil Gott in unserer Welt immer mehr ein Fremder wird", sagte der ehemalige Präsident des Päpstlichen Einheitsrates wie die "Passauer Neue Presse" berichtet. Der Kardinal warnte bei der Veranstaltung "Crisis? What Crisis? Kirche in Konflikten"auch vor einer "Überanpassung an die Welt". Jesus Christus sei nicht gekommen, "damit wir uns gemütlich einrichten".

Kasper kritisierte zudem ein verbreitetes Wehklagen über die Lage der Kirche. "Das Jammern hilft nicht weiter, ist auch nicht anziehend, manches Jammern ist geradezu gottlos." Die krisenhaften Phänomene in der Kirche seien als Chance zu nutzen, um sich neu auf das Zentrum des Glaubens zu besinnen. Bezugnehmend auf die "Reformdebatten" in der Kirche stellte Kasper fest, dass die Kirchenkrise nicht wegen einer mangelnden Anpassung an die Welt sondern wegen einer "mangelnden Anpassung an Jesus Christus" bestehe. Die Kirche stelle sich für Kasper in Deutschland bisweilen als eine Art Sozialverein dar, der nicht mehr unterscheidbar sei von vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen: "Vielleicht sind wir auch zu langweilig geworden, weil wir die Provokation des Christentums vergessen haben."


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