
7. Mai 2012 in Deutschland
Eine Einladung zum Muttertag des Bistums sorgt für Diskussionen bei Katholiken.
Fulda (kath.net)
"Gott - Vater und Mutter". Unter diesem Motto lädt das Bistum Fulda zu einer Veranstaltung am kommenden Muttertag ein. Der Text der Einladung sorgt inzwischen für Diskussion bei Katholiken im Bistum Fulda. Kritiker aus dem Bistum sehen darin eine Irreführung und eine Huldigung einer feministischen Theologie, die biblisch nicht gedeckt ist. Tatsächlich ist in der Heiligen Schrift an zahlreichen Stellen von Gott Vater die Rede und nicht von einer feministischen "Gott Mutter". Aus der Bibel geht klar hervor, dass Gott unser Vater ist. Doch woher wissen wir das?
Der bekannte Theologe P. Karl Wallner hat dazu vor einigen Jahren ein Grundsatzreferat zum "Jahr des Vaters" gehalten. Seine Antwort ist klar: "Die Antwort lautet: Allein durch die Offenbarung Jesu Christi. Er sagt: "Wer mich sieht, hat den Vater gesehen!" (Joh 14,9; 12,45) In Jesus Christus allein wird das Wesen Gottes sichtbar, das sonst für menschliches Erkennen verborgen ist: Er allein ist "das Ebenbild die Ikone des unsichtbaren Gottes" (Kol 1,14). Der menschgewordene Sohn ist der "Abglanz seiner [göttlichen] Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens" (Hebr 1,3). Weil er der Einzige ist, der "am Schoß des Vaters ruht", hat er vom Vater Kunde gebracht (Joh 1,18). Ohne Jesus Christus wüßten wir nicht, daß Gott unser Vater ist."
In dem Aufsatz weist Wallner auch die feministische Kritik am Vatergott zurück. Wörtlich schreibt der Theologe: Ein "Grund, warum wir heute das Thema "Gott Vater" ein bißchen verdrängen, ist natürlich die feministische Theologie. Die macht uns Christen den Vorwurf, aus dem unfaßbaren Gott einen Mann gemacht zu haben, eben den Vater-Gott, um so die Vormachtsstellung des Mannes zu begründen und abzusichern. Der Feminismus hat viele Schattierungen, das gemeinsame Feindbild aller extremen Feministinnen ist aber schon der Name "Vater" an sich. Man möchte sich Gott lieber als Frau vorstellen. Nun ist ein Körnchen Wahrheit an dieser Kritik, denn tatsächlich ist für die hohe Theologie immer klar gewesen, daß Gott-Vater keine Geschlechtsbezeichnung aussagen kann. Der Vater ist weder männlich noch weiblich! Wir nennen die erste göttliche Person so, weil Jesus sie so genannt hat. Tatsache ist auch, daß die Phantasie dort, wo man Gott nach dem Bild des Weiblichen dachte, sehr bald in die Mythologie abgeglitten ist. Den extremen Anhängern des Feminismus muß gesagt werden: Gerade der Bibel geht es nicht um eine geschlechtliche Bestimmung Gottes. Alle anderen Götter des Altertum sind geschlechtlich bestimmt. In der Götterwelt Homers aber auch der Assyrer, Babylonier usw. verhalten sich die Götter menschlich sexuell, ja manchmal unmenschlich sexuell. Der Gott-Vater der biblischen Offenbarung aber gerade nicht. Er ist in identischer Weise weder Mann noch Frau, er ist Gott der Urgrund von allem und sonst nichts."
LINKTIPP: www.stjosef.at/dokumente/gottvater_wallner.
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Foto des Plakates: © Bistum Fulda
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