Gertraud Knoll: Evangelisches 'Enfant terrible' kandidiert für SPÖ

29. Oktober 2002 in Österreich


"Plattform evangelischer Christen des Burgenlandes", ÖVP und FPÖ üben Kritik an evangelische Superintendentin Knoll zu Abtreibung: Situationen, wo es sogar geboten ist


Wien (www.kath.net)
Die evangelische Superintendentin des Burgenlands, Gertraud Knoll,kandidiert für die SPÖ. Diesgab heute der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer bekannt. Knoll soll alsStaatssekretärin imSozialministerium für neue soziale Fragen und Generationen tätig sein. DieSuperintendentinbegründete ihren Wechsel in die Politik damit, dass sie Gusenbauer vertraue,"dass er meint,was er plakatiert": "Weil der Mensch zählt". Knoll legte am Dienstag ihr Amtin der evangelischenKirche nieder.

Die Superintendentin gilt in der evangelischen Kirche als umstritten. Eine"Plattformevangelischer Christen des Burgenlandes" unter der Leitung von Klaus Fischlübt aufgrund der"linken Linie" schon seit Jahren Kritik an Knoll. EineUnterschriftensammlung für ihre Absetzungwurde durchgeführt. ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat sieht in derSPÖ-Überraschungskandidatin Gertraud Knoll ein Zeichen dafür, dass dieSozialdemokraten"immer weiter nach links driften". "Mit jedem Kandidaten, den die SPÖpräsentiert, rückt sieweiter nach links. Und wird damit zum Sammelbecken der EU-Sanktionierer.Knoll war ja dasSprachrohr der Linken aus der Sanktionszeit", so Rauch-Kallat.

Seitens der katholischen Kirche gibt es unter anderem in der Frage derAbtreibung Kritikpotentialan der Neo-Politikerin, die sich immer wieder mit zweideutigen Aussagen zuWort meldete. Ineiner 1999 durchgeführten Diskussionssendung "Zur Sache" wurde über dieAbtreibungspille"Mifegyne" diskutiert. Bei der Diskussion waren unter anderem der SalzburgerWeihbischof Andreas Laun sowie Gertraud Knoll dabei. Damals relativierte siedieFrage des Lebensschutzes und vertrat die Meinung, dass es eben Situationengebe,in der Abtreibung nicht nur erlaubt, sondern auch geboten ist. Wörtlichmeinte Frau Knoll in der Sendung:"Aber, es ist einfach auch, so denke ich, zu akzeptieren, daß es Situationengibt, in der diese Möglichkeit erlaubt sein muß, sondern auch geboten ist."Eine solche "Situationsethik" wird von der katholischen Kirche unter anderem im Dokument "Veritatis Splendor" abgelehnt.

Ihre Meinung zu Frau Knoll


© 2002 www.kath.net