
26. März 2012 in Deutschland
Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert das ZDF, «dass ein angesehener deutscher Journalist - und obendrein in einem öffentlich-rechtlichen Sender - derart dreiste Bemerkungen einfach unwidersprochen lässt».
Berlin (kath.net/KNA) Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann (Foto), hat ZDF-Moderator Claus Kleber für sein Interview mit Mahmud Ahmadinedschad kritisiert, in dem der iranische Präsident den Holocaust geleugnet hatte. «Ich bin sehr enttäuscht, dass ein angesehener deutscher Journalist - und obendrein in einem öffentlich-rechtlichen Sender - derart dreiste Bemerkungen einfach unwidersprochen lässt und so dem notorischen Holocaust-Leugner Ahmadinedschad bereitwillig die Plattform gibt, um sein übles Gift zu verbreiten», sagte Graumann der «Bild am Sonntag».
Auch der im Iran geborene Grünen-Politiker Omid Nouripour sprach von einem «moralischem Versagen» Klebers. «Kleber hat die blutige Unterdrückung der Proteste gegen das Regime im Iran gar nicht erst thematisiert, was ein schwerwiegender journalistischer Fehler ist. Denn die Menschenrechtsfrage im Iran ist von der Atomwaffenfrage inhaltlich gar nicht zu trennen.»
Der Iran-Experte Wahied Wahdat-Hagh nannte das Interview «fahrlässig». Ahmadinedschad habe sich als «ruhiger, freundlicher Führer eines Staates» präsentieren können, «der Opfer israelischer Willkür ist». Weiter sagte der Experte: «Das Interview wurde im Iran als Erfolg gefeiert und war ein unglaublicher Prestigegewinn für Ahmadinedschad - ermöglicht ausgerechnet durch unser öffentlich-rechtliches Fernsehen!» - Das ZDF hatte das Gespräch zwischen Kleber und Ahmadinedschad am vergangenen Montag
ausgestrahlt.
(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Dieter Graumann: (c) Zentralrat der Juden in Deutschland
© 2012 www.kath.net