Ukrainische Katholiken demonstrieren für Rückgabe von Kirche

6. März 2012 in Weltkirche


Die im 17. Jahrhundert erbaute Kirche war 1962 von den kommunistischen Machthabern enteignet und zu einem Konzerthaus umgebaut worden – Katholiken wollen jetzt eine Rückgabe


Kiew (kath.net/KNA) Im westukrainischen Lviv (Lemberg) haben Dutzende Katholiken für die Rückgabe einer im Kommunismus beschlagnahmten Kirche demonstriert. Nach ukrainischen Presseberichten vom Dienstag nahmen an der Kundgebung vor dem Rathaus mehr als 70 Menschen teil. Die im 17. Jahrhundert erbaute Maria-Magdalena-Kirche war 1962 von den kommunistischen Machthabern enteignet und zu einem Konzerthaus umgebaut worden. Seit mehr als zehn Jahren dürfen darin zwar wieder katholische Gottesdienste stattfinden; aus Sicht der Kirche ist die Inneneinrichtung aber unangemessen. Nach Angaben des Erzbistums kommen bis zu 700 Katholiken zu den Messen.

Der stellvertretende Bürgermeister Wassilij Kosiw schloss eine Übertragung Kirchengebäudes an die Katholiken aus. Die Regierung habe es zum Baudenkmal erklärte, sagte er der ukrainischen Tageszeitung «Kommersant» (Dienstag). Das ehemalige Gotteshaus dürfe deshalb keiner Religionsgemeinschaft gehören. Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki von Lviv, sagte dem Blatt, nur in zwei von einst 28 katholischen Kirchen der Stadt dürften derzeit Gottesdienste gefeiert werden. Diese Zahl sage alles über den Umgang mit den Rechten der Katholiken. Rund eine bis 1,5 Millionen der knapp 46 Millionen Ukrainer sind römisch-katholisch.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


© 2012 www.kath.net