
27. Februar 2012 in Weltkirche
Chilenischer Erzbischof anerkennt neue Vereinigung mit dem Namen Totus Tuus. Geleitet wird die Gemeinschaft von Malen Oriol, bislang Verantwortliche für die gottgeweihten Frauen der Laienbewegung der Legionäre Christi
Düsseldorf (kath.net/KNA/red) Die vormalige Verantwortliche der gottgeweihten Frauen der Bewegung «Regnum Christi», des Laienzweiges der Kongregation der «Legionäre Christi», hat sich mit rund zwei Dutzend weiteren Frauen von der Bewegung getrennt und eine neue Gemeinschaft gegründet. Wie die Legionäre am Montag mitteilten, erkannte Erzbischof Ricardo Ezzati von Santiago de Chile die Vereinigung mit dem Namen «Totus Tuus» am Wochenende offiziell an. Der Erzbischof verwies in seinem Dekret auch auf einen positiven Bescheid seitens Papst Benedikts XVI., der ihm auf Anfrage durch das Staatssekretariat des Heiligen Stuhls übermittelt worden war. Geleitet wird die neue Gemeinschaft von Malen Oriol, die bislang für die sogenannten gottgeweihten Frauen des «Regnum Christi» verantwortlich war.
Nach Angaben der Legionäre zählt der Zweig der gottgeweihten Laien, die in Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam leben, derzeit 800 Frauen und 100 Männer. Gut 200 Mitglieder verließen den Angaben zufolge die Bewegung zwischen 2009 und 2011. In diese Zeit fielen vatikanische Ermittlungen bei der Ordensleitung, nachdem ein Doppelleben des Ordensgründers Marcial Maciel Degollado (1920-2008) sowie Mängel in den Führungsstrukturen bekanntgeworden waren. Zu dem Untersuchungskomitee des Heiligen Stuhls gehörte auch Erzbischof Ezzati.
Oriol hatte bereits am 12. Februar erklärt, ihr Amt niederlegen zu wollen. Zugleich kündigte sie an, dass sich eine Gruppe selbstständig machen werde; ob sie selbst dazugehöre, blieb anfänglich offen. Oriol stammt aus einer wohlhabenden spanischen Familie aus Katalonien. Vier ihrer Brüder waren in den Orden der Legionäre eingetreten. Medienberichten zufolge verließen alle vier in den vergangenen drei Jahren die Gemeinschaft wieder, blieben aber Priester.
Die Leitung der gottgeweihten Frauen und Männer beim «Regnum Christi» wurde unterdessen vom päpstlichen Beauftragten für die Legionäre und die Laienbewegung, Kardinal Velasio De Paolis, an zwei ordensexterne Verantwortliche übertragen. Diese Maßnahme war nach Auskunft eines Ordenssprechers seit dem vergangenen Jahr geplant. Sie diene dem Zweck, die kirchenrechtlich vorgesehene Eigenständigkeit des «Regnum Christi» gegenüber den Legionären umzusetzen.
Die Größe des «Regnum Christi» wird von den Legionären mit rund 70.000 Mitgliedern in 30 Ländern angegeben. In Deutschland gehören der Bewegung etwa 600 Personen an.
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