
24. Dezember 2011 in Aktuelles
Die ganze Nacht über pilgerten zahllose Besucher zur Bethlehemer Geburtsgrotte, viele davon legten die etwa 13 Kilometer von der Jerusalemer Altstadt aus zu Fuß zurück.
Bethlehem (kath.net/KNA) Tausende von Christen haben in Bethlehem Weihnachten gefeiert. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, rief an Heiligabend in seiner Weihnachtspredigt zum Ende von Gewalt und Ungerechtigkeit auf. Mit Blick auf den arabischen Frühling appellierte er an die Religionsführer, nicht einfach Zuschauer der «radikalen Veränderungen» in der Region zu sein. An der Christmette in der katholischen Katharinenkirche nahmen auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Bürgermeister von Bethlehem, Victor Batarseh, teil.
Die Umbrüche in der Region haben «Auswirkungen auf unsere Gegenwart und Zukunft», betonte der Patriarch in seiner in mehreren Sprachen vorgetragenen Predigt. Es sei die Pflicht jener, in deren Händen das Schicksal des Volkes liege, das Volk zu schützen, sein Überleben zu sichern und sein Streben zu erfüllen. Das Streben gerade der Jungen nach einer besseren Zukunft sei angesichts der wirtschaftlichen und politischen Situation legitim. Besonders rief das Oberhaupt der Katholiken im Heiligen Land zum Gebet um Frieden und Versöhnung in Syrien, Ägypten, Irak und Nordafrika auf.
Ausdrücklich dankte Twal Palästinenserpräsident Abbas für dessen «unablässige Bemühungen um einen gerechten Frieden im Nahen Osten, dessen Speerspitze die Schaffung eines Palästinenserstaates ist». Der gescheiterte Friedensprozess habe bei den Palästinensern den «bitteren Geschmack nicht eingehaltener Versprechungen und das Gefühl des Misstrauens» hinterlassen. «Wir wollen Frieden und nichts als Frieden, für das palästinensische Volk ebenso wie für das israelische Volk», betonte Twal in seiner Predigt.
Im Anschluss an die Mitternachtsmesse sollte der Patriarch mit der traditionellen Prozession zur Geburtsgrotte ziehen. Am Nachmittag hatten Tausende bei sonnigem Wetter den feierlichen Einzug des Patriarchen in Bethlehem gefeiert. Auf dem Krippenplatz wurde er von Pfadfindern und zahlreichen Besuchern empfangen.
Die ganze Nacht über pilgerten zahllose Besucher zur Bethlehemer Geburtsgrotte, viele davon legten die etwa 13 Kilometer von der Jerusalemer Altstadt aus zu Fuß zurück. Nach offiziellen Angaben wurden über die Weihnachtstage rund 90.000 Besucher in Bethlehem erwartet, die Hotels in der Stadt sind ausgebucht.
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