Woelki verteidigt die Freiburg-Rede von Papst Benedikt

6. Oktober 2011 in Deutschland


Erzbischof von Berlin: Kirche muss sich immer wieder neu befreien von Konventionen und Gewohnheiten, die dem Auftrag des Evangeliums nicht entsprechen und das Zeugnis des Glaubens verdunkeln


Berlin (/kath.netKNA) Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat den Ruf des Papstes nach einer «Entweltlichung» der Kirche verteidigt. In einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Beitrag für den RBB-Hörfunk betonte er, Benedikt XVI. meine damit nicht, «dass die Kirche sich aus weltlichen, politischen und sozialen Wirklichkeiten zurückziehen oder gar im Schmollwinkel verharren soll».

«Vielmehr muss sie sich immer wieder neu befreien von Konventionen und Gewohnheiten, die dem Auftrag des Evangeliums nicht entsprechen und das Zeugnis des Glaubens verdunkeln», betonte der Erzbischof. Die Christen sollten «nicht nach Macht und Establishment streben, sondern dienen». Diesen Auftrag Jesu habe die Kirche immer ernst genommen. Sie sei heute ein anerkannter Akteur im Bereich der Fürsorge und des sozialen Engagements.

Benedikt XVI. hatte in Freiburg die katholische Kirche in Deutschland ermahnt, nicht auf weltliche Privilegien zu setzen und ihren Auftrag in der Welt konsequenter zu erfüllen. Zugleich hatte er die Frage aufgeworfen, ob nicht die deutsche Kirche in ihren Strukturen und Organisationen stärker sei als in ihrem Glauben. Ob der Papst damit auch eine Reform des Kirchensteuerwesens oder gar eine Abschaffung der bisherigen Finanzierung zur Diskussion stellen wollte, war seither auch immer wieder Thema der Berichterstattung in den Medien.



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