
30. August 2011 in Deutschland
Das Bistum Hildesheim berichtet von einem Fest für die Arbeiter auf der leer geräumten Dombaustelle und dessen gewöhnungsbedürftigem Anblick
Hildesheim (kath.net) Unter dem Titel Kölsches Abendmahl berichtete das Bistum Hildesheim online vom Spanferkelgrillen im Hildesheimer Dom, welcher derzeit renoviert wird. Auf Einladung des Bistums versammelten sich vor wenigen Tagen im Dom knapp 100 Handwerker, Bauleute, Architekten und Bauherren sowie Bischof Norbert Trelle um vier Spanferkel und 140 Liter Kölsch zum Handwerkerfest, bei dem allen gedankt wurde, die bisher mitgearbeitet hatten. Der Dom ist seit Januar 2010 geschlossen und für grundlegende Sanierungsarbeiten und archäologische Untersuchungen stark ausgeräumt.
Der Anblick von Kölsch statt Kelch, Kartoffeln statt Kommunion sei gewöhnungsbedürftig, und zwar nicht nur für fromme Katholiken, berichtete das Bistum weiter: Wo einst die Orgelempore stand, wälzte sich ein Spanferkel im eigenen Sud. Wo früher Beichtstühle Vergebung verhießen, sorgten lange Biertische für Gemütlichkeit.
Die Befürchtungen, das Handwerkerfest könnte die Würde des Domes verletzen, benennt die Bistumshomepage, beurteilt sie jedoch als unbegründet. Da zur Domsanierung auch der Altar abgebaut wurde, gilt der Hildesheimer Mariendom zurzeit faktisch als profaniert, also vorübergehend nicht als Gotteshaus.
An einige Feiern in Kirchenrohbauten erinnert sich Elektrotechniker Klaus Schlüter, der im Auftrag des Bistums zahlreiche Kirchen mitbaute und schon in den 50er Jahren den wieder aufgebauten Dom verkabelt hat.
Foto: (c) Bistum Hildesheim
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