Somalia – die ignorierte Katastrophe

14. Juli 2011 in Aktuelles


10 Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe: die größte humanitäre Tragödie der Welt


Rom (kath.net/as) Die größte humanitäre Katastrophe der Welt: mit diesen Worten beschrieb der Apostolische Administrator von Mogadischu und Bischof von Dschibuti, Giorgio Bertin, gegenüber „Radio Vaticana“ die aktuelle Lage in Somalia.

Am Horn von Afrika leiden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 10 Millionen Menschen unter einer der schwersten Dürren seit mehr als 60 Jahren. Die „Welthungerhilfe“ unterstützt in den drei am stärksten betroffenen Ländern Somalia, Kenia und Äthiopien gemeinsam mit internationalen und lokalen Partnern die notleidenden Menschen. „Nirgendwo auf der Welt wird derzeit mehr gehungert als am Horn von Afrika. Der Krieg in Somalia, die Dürre in vielen Landesteilen von Kenia und Äthiopien und die hohen Nahrungsmittelpreise in allen drei Ländern führen zu dieser furchtbaren Katastrophe“, sagte Bärbel Dieckmann, Präsidentin der „Welthungerhilfe“.

In Somalia werde die „Welthungerhilfe“ mit ihrem irischen „Alliance2015-Partner Concern“ knapp 300.000 Menschen unterstützen, die sich in die Hauptstadt Mogadischu geflüchtet haben. Dort werden sie in Lagern mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgt. Nach Angaben der lokalen Mitarbeiter der „Welthungerhilfe“ in Mogadischu sind 30 Prozent aller Kinder in Somalia unterernährt und benötigen spezielle Aufbaunahrung, die zusätzlich verteilt wird.

Rund 400.000 Menschen leben allein im Flüchtlingslager von Dadaab in Kenia. Nach wie vor mangelt es an internationalen humanitären Hilfen. In Kenia sind viele Wassertanks in den Dürregebieten leer, nachdem die Regenzeit im Frühjahr ausgefallen ist. In den Gebieten Tana River und Marsabit finden die Menschen und Tiere kein Wasser mehr. Etwa 500.000 Menschen sind in diesen beiden Regionen davon betroffen. Entlang der Weiderouten liegen Tierkadaver und viele Familien müssen ihre Ziegen und Kühe schlachten. In den kommenden Wochen sollen an zentralen Stellen Wassertanks und Reservoirs durch Tanklastwagen aufgefüllt werden.

Bischof Bertin betonte zusammen mit den Vereinten Nationen, dass es sich in der Tat um die größte aktuelle Katastrophe handle. Die Trockenheit in Somalia sei besonders durch die Tatsache schlimmer geworden, dass sei 20 Jahren der Staat abwesend sei. Aus diesem Grund sei die Trockenheit in den angrenzenden Ländern (Äthiopien, Kenia) nicht so schlimm wie in Somalia, wo es an Sicherheit fehle und sich verschiedene Gruppierungen bekämpften.

Aufgrund der mangelnden Sicherheit sei es schwer, Hilfeleistungen in das Zentrum und in den Süden des Landes kommen zu lassen. Es bedürfe einer großen Koordinierung der internationalen humanitären Hilfen. Dabei sei die Kirche durch die Caritas und deren Partner vertreten. Wie Bischof Bertin erklärte, sei die kirchliche Struktur in Somalia schon vor 20 Jahren zerstört worden. Die Kirche arbeite daher mit Partnern vor Ort und nicht direkt.



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