Erzbistum Freiburg will Heiligsprechung des Bernhard von Baden

9. Jänner 2011 in Deutschland


Ein Erhebungsverfahren beginnt, das die Voraussetzungen für eine Heiligsprechung des seligen adeligen Laien aus dem 15. Jahrhundert untersucht und dokumentiert.


Freiburg (kath.net/pef) Die Erzdiözese Freiburg wird am Montag (10. Januar) das so genannte Erhebungsverfahren für den kanonischen Heiligsprechungsprozess des Seligen Bernhard von Baden (1428 – 1458) formal wieder eröffnen. Der in seiner badischen Heimat und auch in Italien seit Jahrhunderten verehrte Bernhard von Baden war im Jahre 1769 selig gesprochen worden.

Nun will die Erzdiözese Freiburg die Voraussetzungen für eine Heiligsprechung erforschen und genau dokumentieren lassen, um möglichst bald seine Erhebung zu „Ehren der Altäre“ zu erreichen. Die dokumentierten Erkenntnisse werden danach an die „Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse“ nach Rom weitergeleitet.

Bernhard von Baden war vor mehr als 500 Jahren als „Friedenskünder für das damalige deutsche Territorium“ unterwegs und führte als unverheirateter adeliger Laie ein vom Glauben und tiefer Religiosität geprägtes Leben. Er starb im 30. Lebensjahr.

Der so genannte Postulator für das Heiligsprechungsverfahren des Seligen Bernhard von Baden, Dr. Andrea Ambrosi (Rom), bittet Erzbischof Robert Zollitsch um die formale Eröffnung des Erhebungsverfahrens, aufgrund der über die Jahrhunderte fortdauernden Verehrung des frommen Adligen.

In der Eröffnungssitzung für das Heiligsprechungsverfahren am Montag im Priesterseminar in Freiburg werden die am Verfahren beteiligten Theologen, Historiker und Notarinnen vereidigt. Sie werden im Namen Gottes schwören, dass sie im Heiligsprechungsverfahren („super vita, virtutibus et cultu ab immemorabili praestito“) des Seligen Bernhard von Baden, „ohne Ansehen einer Person, treu und sorgfältig“ ihr Amt ausüben werden. Zudem geloben sie, „darüber Stillschweigen zu bewahren.“

Bernhard von Baden (1428 – 1458)

Ende des Jahres 1428 wurde Bernhard als zweiter Sohn des Markgrafen Jakob I. von Baden und seiner Gemahlin Katharina von Lothringen auf Burg Hohenbaden bei Baden-Baden geboren. Im Alter von elf Jahren erlebte er den Tod seiner Mutter. Schon im Jahr 1145 (als kaum 17-Jähriger) nahm er an wichtigen Verhandlungen teil, wodurch er mit zahlreichen europäischen Adelshäusern in Berührung kam.

Wo es darum ging, Gerechtigkeit zu schaffen, zeigte Bernhard von Baden stets Engagement und besonderen Mut. So weckte er insbesondere die Bewunderung von Papst Nikolaus V. Im Jahr 1449 nahm Bernhard von Baden zum Beispiel am Rat von Breisenbach teil, zudem an der Versammlung von Heidelberg zur Sicherung des Friedens auf deutschem Gebiet. Im Jahr 1453 wurde er Gesandter in Italien, zwei Jahre später war Bernhard von Baden am Großen Rat der Wiener Neustadt im Einsatz: Dort erhielt er von Kaiser Friedrich III. von Habsburg den Auftrag, sich um eine Friedensverhandlung mit Friedrich von der Pfalz zu bemühen. Im Jahr 1458 - auf Anregung von Papst Kallixtus III. - begab sich Bernhard von Baden zu Verhandlungen nach Genua. Auf dieser Reise erkrankte er an der Pest und starb „im Ruf der Heiligkeit“ am 15. Juli 1458 im oberitalienischen Moncalieri, wo er vor dem Hochaltar der Kirche Santa Maria della Scala bestattet wurde.

Bernhards Grab wurde rasch zu einem Wallfahrtsort, an dem sich zahlreiche Wunder ereignet haben. Auch in der Erzdiözese Freiburg ist ein Wunder aus dem vergangenen Jahrhundert dokumentiert, das auf die Fürsprache des Seligen Bernhard von Baden zurückgeführt und nun näher untersucht wird.

Bereits zu seinen Lebzeiten hatten das streng religiöse Leben und die Anstrengungen, Not und Elend zu lindern, Bernhard von Baden Respekt und Bewunderung eingebracht.

Nach seiner Seligsprechung 1769 wurde er von der katholischen Markgrafschaft Baden-Baden zum Schutzpatron erkoren; das Erzbistum Freiburg hat diese Tradition für das Land Baden übernommen und feiert seinen Gedenktag, den 15. Juli, in besonderer Weise.

Foto: (c) www.bad-bad.de/bernhard


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