
11. August 2010 in Aktuelles
Der größte Schulbuchverlag der Niederlande will homosexuelle "Elternpaare" in seinen Schulbüchern darstellen. Homosexuellenverbände unterstützen die Idee, Kritik kommt von christlicher Seite.
Amsterdam (kath.net)
Die Niederlande waren weltweite Vorreiter in der Einführung der Homo-Ehe und der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare. Nun sollen Homosexuelle in Schulbücher aufgenommen werden, berichtet die Financial Times Deutschland. Calvinisten und Katholiken lehnen dies ab.
Der größte Schulbuchverlag der Niederlande will die gesellschaftliche Realität von Papa-Papa- sowie Mama-Mama-Familien angemessen widerspiegeln. Muslimische Mädchen mit Kopftüchern und andere Repräsentanten fremder Kulturen seien bereits in die Lehrbücher aufgenommen worden, sagte der Direktor des Verlages Noordhof Uuitgeverij.
Die Niederländische Vereinigung für die Integration von Homosexuellen (COC) unterstützt das Vorhaben. Die Hetero-Normativität in Schulbüchern hätte schon längst beendet werden müssen, behauptet sie. In den Niederlanden sei eine nachlassende Toleranz gegenüber Homosexuellen zu beobachten, die Zahl der Angriffe auf Homosexuelle habe zugenommen. Die Täter seien oft Jugendliche aus muslimischen Einwandererfamilien. Daher sei es besonders wichtig, schon in den Schulbüchern homosexuelle Paare als etwas ganz Normales darzustellen, erklärt die COC.
Calvinisten und Katholiken lehnen es ab, Homosexualität in Schulbüchern darzustellen. Der Schule dürfe nicht die Homo-Emanzipation aufgezwungen werden, schreibt das Reformatorisch Dagblad, die wichtigste Zeitung protestantischer Christen in den Niederlanden. Die Vereinigung für christlich-reformierte Bildung gab bekannt, die Homo-Schulbücher nicht zu verwenden.
Link zum Bericht in der Financial Times Deutschland.
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