
3. August 2010 in Jugend
Das internationale Ministrantentreffen in Rom wird nach Aussage der Organisatoren nicht vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche überschattet.
Rom (kath.net/KNA)
Das internationale Ministrantentreffen in Rom wird nach Aussage der Organisatoren nicht vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche überschattet. Vor dem Hintergrund der Pädophiliefälle habe es zwar Rückfragen von Eltern zur Betreuung der Jugendlichen, aber keine einzige Abmeldung gegeben, sagte der Vizepräsident des veranstaltenden Ministrantenverbands CIM, Peter Hahnen, am Montag in Rom. An der derzeit stattfindenden Wallfahrt
nehmen 53.000 Messdiener teil, 45.000 davon aus Deutschland.
Bei dem Großtreffen gehe es nicht darum, mit Zehntausenden Jugendlichen «die Reihen fest zu schließen oder die Augen vor den Problemen zu verschließen», sagte Hahnen. Im Vordergrund stehe aber die Wallfahrt und das gemeinsame Feiern. Der Zulauf zu dem Treffen bedeute auch einen Vertrauensvorschuss und eine Verantwortung für die Beauftragten der Ministrantenpastoral.
Der Vizepräsident und Referent für Ministrantenpastoral verwies darauf, dass die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz das Thema Pädophilie schon in der Vergangenheit in ihrer Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit aufgegriffen habe. Bereits erschienene Beiträge würden demnächst in einer eigenen Publikation noch einmal veröffentlicht. Die Ministrantenarbeit in Deutschland sei in dieser Frage «ganz gut aufgestellt», sagte Hahnen.
CIM-Präsident Weihbischof Martin Gächter sagte, sexueller Missbrauch betreffe teils Jahrzehnte zurückliegende Vorgänge und stelle aus seiner Sicht «kein besonders aktuelles Problem für das Pfarreileben» dar. Ein Beleg dafür sei, dass die Ministranten zahlreicher als je zuvor zu der internationalen Begegnung nach Rom kämen.
Die vom CIM organisierte internationale Ministrantenwallfahrt findet etwa alle fünf Jahre statt. Das aktuelle Treffen steht unter dem Motto «Aus der wahren Quelle trinken». Höhepunkte sind ein Abendgebet auf dem Petersplatz am Dienstag und eine Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI. am Mittwoch.
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