
16. Juli 2010 in Jugend
Heute am Abend darf der bekannte Sänger im Kloster Benediktbeuern auftreten: Im Vorfeld der Veranstaltung erklärt Naidoo, warum er die Piusbrüder und die Jesuiten kritischer begutache und warum er mit der Kirche auf Kriegsfuß stehe
München (kath.net)
Am heutigen Freitag tritt der bekannte deutsche Sänger Xavier Naidoo im Kloster Benediktbeuern und damit überhaupt erstmals in einem Kloster auf. Im Vorfeld dazu lässt er in der "Süddeutschen Zeitung" allerdings wenig Gutes über die Kirche kommen. "Ich stehe mit dieser Institution auf Kriegsfuß. Ich erwarte nichts Gutes von der katholischen Kirche.", erklärt der Sänger simpel. Allerdings finde er schon interessant, dass hinter den Klostermauern Menschen leben, die ihr Leben komplett Gott gewidmet haben. "Es ist das erste Mal, dass ich in einem Kloster auftrete. Ich hoffe, dass ich mit einigen von ihnen sprechen kann. Das sind ja Salesianer, und ich bin gespannt, wie die so drauf sind. Es gibt genügend Orden und Ordensgemeinschaften, die ich kritischer begutachte, zum Beispiel die Piusbrüder oder die Jesuiten. Aber ich bin gespannt und offen und freue mich auf den Auftritt im Kloster.", meint Naidoo.
Angesprochen auf seine Lieder und so manchen "frommen Text" meinte er dann: "Ich musste das verarbeiten, um einen neuen Zugang dazu zu finden. Ich habe auch versucht, die Dogmen, die die Kirche vorgibt, in gewisser Weise noch einmal zu verdeutlichen, um mir selber zu sagen: Das ist ein Wahnsinn!" Die derzeitige Missbrauchsdiskussion in der Kirche ist für den Sänger dann nur die "Spitze des Eisbergs". "Wir können nicht die Augen verschließen vor dem, was seit Jahrhunderten passiert. Was wir jetzt erleben, ist doch wirklich nur nur die Spitze des Eisbergs!", erklärt er.
Etwas wirr wirkt dann schließlich folgende Aussage des Sängers: "Für mich ist das nur das Fußvolk der Macht, das sind Priester, ein paar Bischöfe sind auch dabei. Es gibt Rituale, die will ich nicht näher beschreiben. Und diesen Leuten muss man das Handwerk legen, egal, wo die sitzen. Diese Rituale sind teilweise schon Tausende Jahre alt. Darüber will natürlich niemand sprechen. In Belgien ist das an die Oberfläche getreten durch den Dutroux-Fall, das Ganze ist aber nie richtig verhandelt worden. Das hat jetzt achteinhalb Jahre gedauert, Zeugen sind getötet worden. Da muss ich sagen: So etwas gibt es auch in Deutschland, aber sehr organisiert."
Diskussion im Forum: Ein Kirchenfeind im Kloster
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