Marcel, das Schisma und eine 'anonyme Website'

14. März 2006 in Chronik


News.stjosef.at veröffentlicht Hintergründe über eine 'anonyme Website': Die schismatische Priesterbruderschaft Pius X. läßt grüßen.


St. Pölten (www.kath.net)
News.stjosef.at hat am Montag in einer Analyse Hintergründe über eine seit einigen Monaten agierende "anonymen" Internetseite veröffentlicht, die auch "ohne Namen eingereichte Informationen" akzeptiert und es als "Ehrensache" betrachtet, "die strikte Anonymität seiner Informanten zu wahren". Wörtlich heißt es in dem Bericht von stjosef.at "Die durch die Tendenz vieler Beiträge auf kreuz.net schon bisher genährten Vermutungen, dass die Betreiber von kreuz.net in maßgeblicher Weise mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden sein könnten, scheinen sich nun zu bestätigen. Auf kreuz.net findet sich seit kurzem ein Verweis zum "Tradi-Tratsch". Dieser ist ein Diskussionsforum und nennt sich kreuzforum. Das Forum ist farblich verändert in ähnlichem Design wie kreuz.net gestaltet. Dort will man, nach Eigendefinition von Administrator "Marcel", "eine Plattform für den Gedankenaustausch von Katholiken, die sich an der ganzen christlichen Lehre orientieren, wie sie die eine, heilige, apostolische, römisch-katholische Kirche seit über 1900 Jahren unverfälscht überliefert", anbieten. Insbesondere gelten folgende Regeln: "Man propagiere keine unkatholischen Ideologien, wie z.B. Freimaurerei, Modernismus, Liberalismus, Sedisvakantismus, Atheismus, Sodomie, usw., und versuche auch nicht, Unwahrheiten als Tatsachen zu verkaufen." Und dann folgt das entscheidende Bekenntnis: "Die Moderatoren wissen sich geistig verbunden mit dem Flaggschiff der katholischen Tradition in dieser wohl größten Kirchennotzeit der Geschichte, dem Erzbischof Marcel Lefebvre und seinem Werk, der 1970 kanonisch errichteten Priesterbruderschaft St. Pius X., sind jedoch von dieser unabhängige Laien."

Die Priesterbruderschaft Pius X. wurde von Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet. Sie befindet sich seit über 17 Jahren im Schisma mit der katholischen Kirche. Der Bruch erfolgte am 30. Juni 1988 durch die von Lefebvre vorgenommenen Weihen von vier Bischöfen - darunter auch Bischof Fellay - ohne die Zustimmung des Bischofs von Rom. Wenig später, am 2. Juli, erließ Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben "Ecclesia Dei" in Form eines "motu proprio", in dem er diese Bischofsweihen als einen "schismatischen Akt" bezeichnete.

KATHPEDIA: Schisma


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