Kardinal Sepe: Wer Essen wegwirft, darf nicht zur Kommunion

11. Oktober 2014 in Chronik


Napolitanischer Erzbischof: "Gott als Geber des Lebens wird beleidigt"


Rom (kath.net/KAP) Katholiken, die Lebensmittel wegwerfen, dürfen nach Worten von Crescenzio Kardinal Sepe (Foto) auch nicht zur Kommunion. Wer angesichts von Millionen Hungernden Essen vernichte, stelle sich selbst außerhalb der Menschheitsfamilie, sagte der Erzbischof von Neapel am Rande einer Umweltschutzkonferenz, wie der bischöfliche italienische katholische Nachrichtenagentur SIR (Freitag) meldet. Diese Art von Verschwendung beleidige über die Notleidenden hinaus auch "Gott als Geber des Lebens".

Weiters sprach Sepe Mafiosi und Betreibern illegaler Müllkippen ein Recht auf Kommunion ab. Wer giftige Abfälle in Trinkwassergebieten entsorgt, begehe "Attentate gegen das Leben", sagte er: Wenn die Betreffenden kein Zeichen von Reue zeigten, "gibt es für sie keine Sakramente in der Kirche."

Sepe bezog sich mit seiner Äußerung auf die Camorra, die zwischen Neapel und Caserta im großen Stil illegal Abfälle verbrennt. "Wenn ich mein Leben auf dem Tod der anderen aufbaue wie die, die Giftmüll produzieren, wie kann ich dann wagen, in eine Kirche zu gehen und Gottesdienste mitzufeiern?", empörte sich der Kardinal.

Die als "Terra dei fuochi" ("Land der Feuer") bezeichnete Region bei Caserta fand vor allem durch den Bestsellerautor Roberto Saviano internationale Aufmerksamkeit, der in seinem Buch "Gomorrha" die Tätigkeit der Camorra, der neapolitanischen Mafia, beschrieb. Im Juli besuchte Papst Franziskus Caserta und verurteilte dabei Kriminalität und Korruption. Auf seinen Wunsch nahmen an einer Messe auch Eltern teil, deren Kinder an Tumorerkrankungen infolge der Umweltbelastung gestorben waren. Der Gottesdienst fand unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.

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