Frankreich: Bistum muss jede Spur von Taufe aus Akten löschen

28. Oktober 2011 in Aktuelles


Zur Begründung führte das Gericht an, bei der Taufe handele es sich um ein privates Ereignis, und solche persönlichen Informationen dürften nicht in öffentlich zugänglichen Unterlagen enthalten sein.


Paris (kath.net/KNA) Eine französische Diözese ist von einem Gericht dazu verurteilt worden, jede Erwähnung der Taufe eines Klägers aus den Registern zu streichen. Dies könne etwa dadurch geschehen, dass die Eintragung im Taufregister durch nicht löschbare schwarze Tinte übermalt werde, zitierte die französische katholische Tageszeitung «La Croix» am Donnerstag aus dem Urteil Zur Begründung führte das Gericht an, bei der Taufe handele es sich um ein privates Ereignis, und solche persönlichen Informationen dürften nicht in öffentlich zugänglichen Unterlagen enthalten sein. Anderenfalls verstoße das Bistum gegen das Recht auf Privatleben.

Die Richter gaben laut «La Croix» dem Bistum 30 Tage Zeit, um das Urteil auszuführen. Die verurteilte Diözese Coutances in Nordfrankreich kündigte an, in Berufung zu gehen. Bis dahin muss sie das Urteil nicht umsetzen. Ein Kirchenrechtler des Bistums sagte, das Urteil widerspreche der bisherigen Rechtsprechung. Sollte es Schule machen, könnten Pfarreien in ganz Frankreich betroffen sein.

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