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10 November 2019, 17:26

"Ähnlich gehandelt wie die Makkabäer im Alten Testament!"
"Papst Franziskus macht es einem aber manchmal wirklich schwer, ihn zu verstehen und zu verteidigen. Warum lässt er eine heidnische Göttin namens Pachamama aufstellen?" - Von Rektor Georg Alois Oblinger/ Gebetsstätte Marienfried
Marienfried (kath.net)
kath.net dokumentiert die Sonntagspredigt von Rektor Georg Alois Oblinger an der Gebetsstätte Marienfried:

Kürzlich habe ich in einem Gasthaus zu Mittag gegessen und sah dort nicht nur den traditionellen Herrgottswinkel mit Kruzifix sondern auch in einer Nische eine schöne alte Figur des heiligen Laurentius. Dann aber fiel mein Blick auf die Dekoration im Fenster; dort war eine Winterlandschaft mit Märchenfiguren aufgebaut, worin auch ein aufrechtgehender Elch in Menschenkleidung zu sehen war. Unwillkürlich drängte sich mir die Frage auf, ob denn die kirchlichen Heiligen auf der gleichen Stufe wie Märchenfiguren stehen. Die Lösung des Rätsels ist wahrscheinlich ganz einfach: Frühere Inhaber der Gaststätte haben wohl das Kreuz und den heiligen Laurentius aufgestellt. Die jetzigen Inhaber haben diese immerhin nicht entfernt, aber doch eher andere Akzente gesetzt und nicht-religiöse Figuren aufgestellt.
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Das ist der Trend in unserer Zeit, den wir gerade zu Beginn dieses Monats wieder beobachten konnten. Allerheiligen und Allerseelen sind die kirchliche Antwort auf die Frage: Was kommt nach dem Tod? Unsere Zeit ersetzt das Heiligengedenken und das Gebet für die Verstorbenen durch einen billigen Klamauk mit Namen Halloween. Dies lässt sich heute an nahezu allen kirchlichen Festtagen beobachten: Christliches wird ersetzt durch Säkulares, manchmal sogar Heidnisches. Die heidnischen Götzen kehren zurück!

Dass diese Entwicklung selbst bis in die allerhöchste kirchliche Ebene hineinreicht, wurde kürzlich sichtbar bei der Amazonas-Synode in Rom. Vor Beginn der Synode fand eine Andacht mit Papst Franziskus in den Vatikanischen Gärten statt. Einheimische aus der Amazonasregion brachten dazu Gegenstände aus ihrer Heimat mit, darunter auch zwei Holzfiguren, die nackte, schwangere Frauen darstellen. Davor wurde dann gebetet und schließlich wurden die Figuren für die Dauer der Synode in die Kirche Santa Maria in Traspontina gebracht.

Was es mit diesen Holzfiguren auf sich hat, erklärte der Papst selbst. Es sind Darstellungen der Pachamama. Diesen Namen kann man übersetzen mit „Weltenmutter“. Bei den Inkas wurde diese verehrt. Die Weltenmutter hat alles Leben hervorgebracht und ihr müssen Opfer dargebracht werden. Zeitweise waren sogar Menschenopfer üblich. Wird hier also vor den Augen des Papstes Götzendienst praktiziert ohne dass dieser einschreitet? Etliche Priester und Bischöfe haben dies so gesehen und massive Kritik geübt. Schließlich haben zwei junge Männer aus Österreich in den frühen Morgenstunden die Figuren der Pachamama aus der Kirche entwendet und in den Tiber geworfen. Dieser Akt fand ein großes Medienecho. Es gab viel Kritik, aber auch Lob durch namhafte Kirchenvertreter. Kardinal Walter Brandmüller beispielsweise nannte diese jungen Österreicher „die neuen Makkabäer“. Was meint er nun damit? Wer sind die Makkabäer?

Wir haben heute eine Lesung gehört aus dem zweiten Buch der Makkabäer (2 Makk 7, 1-2.7a.9-14). Im zweiten Jahrhundert vor Christus wurde Jerusalem von den Seleukiden erobert; der jüdische Kult wurde verboten und der Jerusalemer Tempel in ein Heiligtum für Zeus umgewandelt. Unter der Führung von Judas Makkabäus fand ein Aufstand statt. Es gelang ihm, Jerusalem wieder einzunehmen und den Tempel zu reinigen und neu zu weihen. Das Chanukka-Fest im Judentum erinnert bis heute an diese historischen Fakten. Wir haben in der Lesung von sieben Brüdern gehört, die treu zu ihrem Glauben an Jahwe standen.

Selbst als sie gefoltert wurden, weigerten sie sich, die heidnische Götzen zu verehren. Hier erkennen wir auch, was ihnen die Kraft zu solcher Standhaftigkeit gab. Sie glaubten an die Auferstehung und an ein ewiges Leben bei Gott. Diesen Glauben finden wir also nicht erst im Neuen Testament, sondern schon in diesem späten Buch des Alten Testaments, das sowohl katholische als auch orthodoxe Christen zur Bibel zählen, nicht jedoch evangelische Christen, welche das hier empfohlene Gebet für die Verstorbenen ablehnen.

Zurück zur Amazonas-Synode: Es ist sicherlich wichtig, die Kulturen anderer Völker wertzuschätzen. Jedoch darf dies nicht in Synkretismus münden, in Vermischung der Religionen. Die Verehrung von Götzen ist immer abzulehnen. In diesem Sinn haben die jungen Männer aus Österreich ähnlich gehandelt wie die Makkabäer im Alten Testament. Für uns Katholiken ist die Papsttreue wichtig, da sie ein Element des Katholischen ist. Papst Franziskus macht es einem aber manchmal wirklich schwer, ihn zu verstehen und zu verteidigen. Warum lässt er eine heidnische Göttin namens Pachamama aufstellen, die auch Drachengöttin genannt wird?
Eines verbindet mich jedoch mit Papst Franziskus. Sein bürgerlicher Vorname ist Jorge, die spanische Form von Georg. Unser gemeinsamer Namenspatron wird in der Kunst immer als Kämpfer gegen den Drachen dargestellt. Auch die Gottesmutter Maria, kämpft gegen den Drachen im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes. Und schließlich ist der Heilige Erzengel Michael der große Kämpfer gegen den Drachen, das Sinnbild des Bösen. So möchte ich die heutige Predigt schließen mit einem Gebet, das uns Papst Franziskus selbst eindringlich empfohlen hat:

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf. Gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen die Welt durchstreifen, in der Kraft Gottes hinab in die Hölle. Amen.

Predigtveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Rektors!


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