10 Januar 2005, 16:02
Hohmann: Jeder Kardinal hat die Pflicht, Abtreibung anzuprangern
 
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Bundestagsabgeordneter nimmt Kölner Kardinal in Schutz - Forum Deutscher Katholiken dankt Kardinal Meisner für seinen Mut - Linke Gruppe stellt Strafantrag.

Köln (www.kath.net) Der deutsche Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Fulda, Martin Hohmann, verteidigt Kardinal Joachim Meisner. Er habe in seiner Dreikönigspredigt die Abtreibungsmentalität „zu Recht und zutreffend“ angeprangert, stellte Hohmann fest.

Kardinal Meisner hatte in einer Predigt darauf aufmerksam gemacht, welche Folgen es hat, wenn der Mensch sich an die Stelle Gottes setzt. Als Beispiele nannte der Kölner Kardinal die Untaten des Herodes, die Verbrechen Hitlers und Stalins und die Abtreibungen. Diese Aneinanderreihung stieß auf Kritik. KATH.NET hat berichtet.

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Zu Unrecht, befindet Martin Hohmann, denn: „Mit weltweit 60 Millionen Abtreibungsopfern pro Jahr werden die Opferzahlen der historischen Massenmörder Stalin und Hitler bei weitem übertroffen“, erklärt er. Damals sei außerdem allen bewusst gewesen, dass Klassen- und Rassenmord schweres Unrecht war; dieses „Unrechtsbewusstsein“ fehle bei der Abtreibung heute weithin.

“Solange der gegenwärtige Menschheitsskandal der Abtreibung nicht auf die gleiche Verurteilung wie die vor 60 Jahren geschehene Hitlersche Judenvernichtung stößt, hat jeder Christ und erst recht jeder Kardinal nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, dieses heutige Unrecht zu beklagen“, ist Hohmann überzeugt.

Er verglich die Warnungen vor der Abtreibung wie die Warnung vor einem Tsunami. Die Gesellschaft stehe am Strand und sage: „Das Wasser geht doch zurück“, sagte Hohmann. “Ab 2010 aber werden die Folgen der Abtreibung mit ungeheuerer Wucht über unsere Gesellschaft hereinbrechen. Dieses Desaster verursachen Menschen. Jene Menschen, die sich über das göttliche Gebot ,Du sollst nicht morden’ hinwegsetzen und solche, die das geschehen lassen.“

Auch das „Forum Deutscher Katholiken“ stellt sich auf die Seite des Kölner Erzbischofs und dankte ihm für seinen Mut. Meisner zeige „die generelle Ursache der Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ auf, heißt es in einer Erklärung. „Der Kardinal verharmlost oder mindert in keiner Weise die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden. Er bringt vielmehr das millionenfache Unrecht der Ermordung von Menschen nachdrücklich ins Bewusstsein.“

Die ungeborenen Kinder unserer Zeit könnten „ebenso wenig ihre Rechte einfordern, wie die wehrlosen Juden unter der NS-Diktatur“, betont das „Forum Deutscher Katholiken“. “Wenn eine spätere Generation über die massenhafte Tötung ungeborener Kinder ihr Urteil sprechen wird und fragt, ob die Kirche dazu geschwiegen hat, werden die Christen dankbar auf Persönlichkeiten, wie Kardinal Meisner, hinweisen.“

Die linksorientierte Kölner Gruppe „Gemeinsam gegen Sozialraub“ stellt einen Strafantrag wegen „Volksverhetzung“ gegen Kardinal Meisner. Er vertrete einen aggressiven Fundamentalismus, heißt es in einer Stellungnahme. Der Kardinal verhöhne die Opfer des Holocausts, stelle Frauen auf die Stufe mit dem schlimmsten Massenmörder der Geschichte und erweise sich als „echter Hassprediger“, erklärte Claus Ludwig, Mitglied im Rat der Stadt Köln.

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