18 November 2004, 09:32
EU-Abgeordnete vor UNO-Abstimmung für umfassendes Klonverbot
 
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Vor der Abstimmung bei den Vereinten Nationen am Freitag wenden sich Europaabgeordnete aller Fraktionen für umfassendes Verbot des Klonens von Menschen.

Brüssel (www.kath.net)
Europaabgeordnete aller politischen Fraktionen haben die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen aufgefordert, die Initiative Costa Ricas zum Verbot sämtlicher Formen des Klonens von Menschen zu unterstützen. Voraussichtlich am Freitag dieser Woche findet in New York die entscheidende Abstimmung statt.

Es geht um einen Entwurf Costa Ricas, der von 61 anderen Staaten, darunter viele europäische Staaten wie Portugal, Italien und Norwegen, aber auch die Vereinigten Staaten und viele Länder der Dritten Welt, unterstützt wird. Dem entgegen steht ein Entwurf Belgiens, der zum Beispiel von Großbritannien und China unterstützt wird und der nur das so genannte reproduktive Klonen von Menschen verbieten will.

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Eventuell wird in letzter Minute auch noch ein Kompromiss vorgelegt. Die Abgeordneten erinnern die Vertreter bei den Vereinten Nationen daran, dass das Europäische Parlament sich stets im Sinne des Costa Rica-Entwurfs für ein umfassendes Verbot ausgesprochen hat, zuetzt im Januar diesen Jahres in Anwesenheit von UNO-Generalsekretär Kofi Annan.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderen der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, Elmar Brok, der Abgeordnete der Liberaldemokratischen Fraktion Vittorio Prodi (Bruder des noch amtierenden Kommissionspräsidenten Romano Prodi), die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Vereinten Linken, Sylvia-Yvonne Kaufmann, der Fraktionsvorsitzende der UEN-Fraktion, Brian Crowley (Brian Crowley sitzt im Rollstuhl und tritt trotzdem energisch gegen jede Form der Zerstörung menschlichen Lebens zu Forschungszwecken ein), die SPD-Abgeordnete Jutta Haug und die frühere Vorsitzende der Grünen in Deutschland, Angelika Beer.

Der Initiator des Briefes, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der EVP/ED-Fraktion, Dr. Peter Liese, erklärte: „Es ist bedauerlich, dass sich nicht alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union, leider auch nicht die deutsche Regierung, vorbehaltlos hinter die Resolution Costa Ricas stellen.“

Es sei wichtig, dass die einzig direkt gewählte Volksvertretung der Menschen in den 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union immer für ein umfassendes Klonverbot eingetreten ist. „Wir wollen, dass die Alternativen zum Klonen von Menschen in der Forschung, zum Beispiel die Forschung mit adulten Stammzellen, stärker unterstützt werden“, forderte Liese.

„Neueste wissenschaftliche Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass man auf diesem Weg sogar schneller zum Ziel kommt. Möglicherweise wird am Freitag in New York tatsächlich über einen Kompromiss abgestimmt. Dieser Kompromiss darf aber keinesfalls das Signal aussenden, dass das Klonen von Menschen zu Forschungszwecken akzeptabel ist. Es bedeutet die Herstellung von menschlichen Embryonen allein zu Forschungszwecken und öffnet auch die Tür zum reproduktiven Klonen.“

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