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Erzdiözese Wien: Schwarz folgt Schwarz - Neuer Weihbischof ernannt!
 
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Johannes Paul II. ernennt den Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, P. Ludwig Schwarz, zum Bischof
Bischofsweihe am 25. November

Wien (kath.net/missio)
P. Dr. Ludwig Schwarz SDB wurde mit heute 12.00 Uhr zum Weihbischof der Erzdiözese Wien und zum Titularbischof von Simidicca (ehemalige Diözese im heutigen Tunesien) ernannt. Der 61jährige Salesianerpriester tritt damit die Nachfolge von Alois Schwarz an, der ja heuer zum Bischof der Diözese Gurk ernannt wurde.

P. Schwarz leitet seit 1999 als Nationaldirektor von Missio die Päpstlichen Missionswerke in Österreich. Davor war der neue Weihbischof seit 1984 Direktor des internationalen kirchlichen Konviktes "San Giovanni Bosco" an der Päpstlichen Salesianeruniversität (UPS) in Rom bzw. seit 1993 Provinzial der Ordensprovinz "Visitatoria Roma-UPS" (vergleiche dazu auch den Lebenslauf im Anhang). In einer ersten Stellungnahme sprach Weihbischof Ludwig Schwarz von einer "großen Überraschung" sowie von einer "gewissen Betroffenheit angesichts der eigenen Schwachheit. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe habe ich dennoch frohen Mutes Ja dazugesagt!" Schwarz wird sich weiterhin dem Ressort Entwicklungshilfe und Mission widmen, dessen Referatsleiter er in der Erzdiözese Wien ja bereits ist. In enger Zusammenarbeit mit dem Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, wird er diesen bei der Arbeit unterstützen. "Ich will zur Verkündigung des Evangeliums beitragen, um den Menschen immer wieder zu sagen: Christus ist unsere Hoffnung, unser Heil!"

Der feierliche Gottesdienst zur Weihe wird aller Voraussicht nach am Christkönigsfest, am 25. November 2001 um 15.00 Uhr, in Wien St. Stephan stattfinden. P. Schwarz hat bereits Kardinal Schönborn als Hauptweihenden gebeten, dem Fest vorzustehen. Ludwig Schwarz wird somit der dritte Salesianerbischof aus Österreich sein, neben dem Bischof von Innsbruck, Alois Kothgasser, und Kardinal Alfons Stickler.

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Missio gratuliert
In einer ersten Reaktion gratulierte der Generalsekretär von Missio Austria, Mag. Christina Mazal, Ludwig Schwarz zu seiner Ernennung. "Ich freue mich besonders über dieses schöne Zeichen im Oktober, im Monat der Weltkirche. Ich bin sicher, dass Weihbischof Ludwig Schwarz einen wichtigen Beitrag zur Globalisierung der Solidarität leisten kann. Er wird diesen weltkirchlichen und missionarischen Aspekt in der Ortskirche von Wien aber auch über die Bischofskonferenz in der gesamten Kirche Österreichs einbringen".

Die Stellungnahme von Kardinal Schönborn im Wortlaut:

"P. Schwarz, den ich herzlich willkommen heisse, bringt viele gute Gaben mit, die uns und ihm in seinem neuen Dienst helfen werden. Aus kinderreicher heimatvertriebener Familie stammend, ist er ein echtes 'Wienerkind' - in Erdberg aufgewachsen, Gymnasium Fichtnergasse, Studium an der Universität - und zugleich ein echter Sohn Don Boscos, von Jugend an mit den Salesianern vertraut, bei ihnen im Konvikt, dann Ordenseintritt und lange Jahre wichtiger Dienste im Orden (Rektor in Horn, Provinzial in Wien und in Rom). Von Don Bosco bringt er das heitere Gemüt mit, von Wien (und wohl auch aus der Familie - seine Mutter lebt noch) sein versöhnliches, herzliches Wesen.

Aus den langen Jahren in Rom an der Salesianeruniversität bringt er ein grosses Stück Weltkirchenerfahrung ein, die sich noch durch die Jahre als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich vertieft hat. Ich möchte ihm daher in der Erzdiözese vor allem den grossen Aufgabenbereich anvertrauen, den der viel zu früh verstorbene Weihbischof Florian Kuntner betreut hat: Mission, Entwicklung, Weltkirche. Dazu werden sicher noch Aufgaben auf der Österreich-Ebene dazukommen, aber auch die bischöflichen Dienste in der Diözese, besonders die Visitationen, wo grosser Nachholbedarf besteht.

Am Christkönigsfest, am 25. November, soll um 15 Uhr im Stephansdom die Bischofsweihe stattfinden. Willkommen, P. Schwarz, Christus segne Ihren Dienst als Apostelnachfolger!"

Curriculum vitae von P. Dr. Ludwig Schwarz:

Am 4. Juni 1940 wurde P. Dr. Ludwig Schwarz SDB als erstes von 9 Kindern des Ehepaares Jakob und Theresia Schwarz in Pressburg geboren. Seine Eltern lebten in Bruck an der Donau, wo sie eine kleine Landwirtschaft betrieben. In diesem deutschsprachigen Dorf, das zur Slowakei gehörte, verbrachte er glückliche Kindheitsjahre.

Eine erste tiefe Zäsur gab es nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Familie wie viele andere Deutsche aus der angestammten Heimat vertrieben wurde (Juli 1945). Nach mehrmonatigem Aufenthalt in verschiedenen Lagern kam die Familie Schwarz im Spätherbst nach Wien III (Barackenlager an der Schlachthausgasse). Hier lernten sie die Salesianer Don Boscos kennen, die sich ihrer liebevoll annahmen und in das Pfarrzentrum Neu-Erdberg einluden, wo sie sich im Knabenheim und Jugendzentrum bald daheim fühlten. In Zusammenarbeit mit dem Elternhaus wurde ihnen hier neben Sport und Spiel eine gute menschliche und christliche Erziehung zuteil. Nach Beendigung der Volksschule kam P. Schwarz im Herbst 1950 an das Humanistische Gymnasium in Wien XIII-Hietzing, Fichtnergasse, wobei er im Schülerheim der Salesianer in der St. Veit-Gasse 25 wohnte. Im September 1954 wechselte er an das Humanistische Aufbaugymnasium in Unterwaltersdorf (Bezirk Baden) über, das von den Salesianern geführt wurde und den Charakter eines Priesterseminars für Spätberufene hatte. Hier maturierte er im Juni 1959. Damals gingen immer wieder Missionsberufene aus diesem Seminar hervor, das nicht umsonst den Namen "Missionshaus Maria Hilf" trug.

Durch Gottes Gnade und mit Hilfe eines klugen Beichtvaters reifte in ihm der Entschluss Salesianer und Priester zu werden. Im Frühjahr 1956 bat er um Zulassung zum Noviziat, welches er dann in Oberthalheim (bei Vöcklabruck) machte und am 16. August 1957 mit Profess abschloss. Nach der Matura absolvierte er ein zweijähriges pädagogisches Praktikum: ein Jahr in Unterwaltersdorf als Generalassistent und ein Jahr im Schülerheim "Vinzentinum" in Klagenfurt.

Was die philosophisch-theologischen Studien als Vorbereitung auf das Priestertum anlangt, hat er sie an drei verschiedenen Studienorten gemacht. Die philosophischen Studien absolvierte er am ordenseigenen Studentat in Unterwaltersdorf. Mit dem Theologiestudium begann er im WS 1960/61 an der Theologischen Hochschule in Klagenfurt (Priesterseminar), die damals von den Patres Jesuiten geleitet wurde. Den zweiten Teil der Theologie studierte er an der Phil.-Theologischen Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern (Deutschland), wo er am 29. Juni 1694 vom Bischof von Augsburg zum Priester geweiht wurde.

Nach der Priesterweihe war er kurze Zeit als Aushilfskaplan in Graz (Don Bosco-Pfarre) tätig. Dann versetzten ihn die Obern nach Wien III, um an der Universität Wien Klassische Philologie (Latein, Griechisch) und Archäologie zu studieren. Dieses Studium schloss er im Jahre 1970 mit dem Doktorat in Philosophie ab. Während dieser Studienjahre war er als Kaplan und Krankenhausseelsorger im Herz-Jesu-Spital in Wien III, Baumgasse, tätig.

Bereits im Herbst 1969 wurde er von den Obern auf Antrag der Österreichischen Bischofskonferenz mit der Leitung des Interdiözesanen Spätberufenenseminars in Horn betraut. Neun Jahre lang war er Rektor dieses Seminars und durfte in Zusammenarbeit mit qualifizierten Mitbrüdern vielen jungen Menschen auf dem Weg zum Priestertum behilflich sein, indem es galt, ihnen zu helfen, das Gnadengeschenk der Berufung zu entdecken, anzunehmen und zur Reifung zu bringen. Eineinhalb Jahre war er gleichzeitig Pfarrprovisor der Landpfarren St. Bernhard und Neukirchen an der Wild. In dieser Zeit durfte er auch an drei entscheidenden Generalkapiteln (1971, 1977, 1984) des Ordens in Rom teilnehmen. Es ging darum, die Ordensregel nach dem II. Vatikanum auszurichten und die Identität der salesianischen Präsenz in Kirche und Welt neu zu definieren und mit dem Motto "evangelizzare educando" (Wir verkünden die Frohbotschaft, indem wir erziehen) zu umschrieben. Im Sommer 1978 wurde er zum Provinzial der Österreichischen Salesianerprovinz mit Sitz in Wien bestellt. Die Provinz umfasste 21 Niederlassungen mit insgesamt 180 Mitbrüdern. Weitere 20 Mitbrüder wirkten als Missionare im Ausland. Schwerpunkte seiner Tätigkeit in Zusammenarbeit mit dem Provinzialrat waren:
eine immer signifikantere Präsenz der Salesianer in den Pfarreien, denen Oratorien und Jugendzentren angeschlossen sind.
eine enge Zusammenarbeit von Salesianern und Laien im Geiste Don Boscos zum Wohl der ärmeren Jugend.
Weckung und Förderung von geistlichen Berufen durch Vertiefung und Ausbau der Berufepastoral.
Erstellung eines Erziehungs- und Pastoralkonzeptes für die pädagogische Arbeit in den Schüler- und Lehrlingsheimen.
Begleitung und Koordinierung der einzelnen Zweige der Salesianischen Familie mit besonderem Augenmerk auf die Salesianischen Mitarbeiter und Ehemaligen. Im Jahre 1993, also nach neunjähriger Tätigkeit in der Kommunität "San Giovanni Bosco", hat ihm der Generalobere nach Befragung der Mitbrüder die Leitung der Quasi-Provinz "Visitatoria Roma-UPS" anvertraut. Diese Provinz umfasst ca. 250 Mitbrüder, die auf sechs Niederlassungen aufgeteilt sind, und allesamt in Beziehung zur Universität stehen: zur Hälfte sind sie Professoren, zur anderen studierende Mitbrüder.

Seine Aufgabe in diesen sechs Jahren (1993 - 1999) war es, in enger Zusammenarbeit mit dem Generalobern die Provinzgemeinschaft in religiöser Hinsicht zu führen und das Apostolat der Mitbrüder zu fördern. Die Ausbildung der jungen Mitbrüder war ihm ein weiteres Anliegen, ebenso die geistliche Animation der großen Universitätsgemeinschaft. Zudem musste der Güterverwaltung im Ganzen und die einzelnen Niederlassungen Rechnung getragen werden. In besonderer Weise bemüht sich die Visititatorie, die Sendung der Salesianischen Kongregation durch die Päpstliche Salesianeruniversität zu verwirklichen.

In Rom hat P. Schwarz in den Sommermonaten zu wiederholten Malen religiöse Weiterbildungskurse, aber auch Sprachkurse (Deutsch, Italienisch) für Mitbrüder gehalten. Ebenso hat er alljährlich Exerzitienkurse für Salesianer, für Don Bosco-Schwestern oder andere Gruppen der Salesianischen Familie gepredigt. Schließlich durfte er durch viele Jahre in zwei internationalen Noviziatsgemeinschaften der Don Bosco-Schwestern (Castelgandolfo und Roma-Monte Mario) priesterlich tätig sein (Konferenzen, Gottesdienste, Beichtgelegenheit, geistliche Führung).

Während seiner langjährigen Tätigkeit in der Ewigen Stadt konnte er nicht nur Sinn und Verständnis für die Romanitas unter dem klassisch-humanistischen und kirchlich-universalen Aspekt vertiefen, sondern auch aufgrund des vielfachen Kontaktes mit Studenten, Ordensleuten und Bischöfen aus aller Welt den missionarischen Auftrag der Kirche besser verstehen. Es ist ihm immer deutlicher bewusst geworden, dass die missionarische Tätigkeit für die Kirche von heute eine ganz große Herausforderung darstellt. Es geht darum, die Freiheit des Menschen zu fördern, indem man ihm Jesus Christus verkündigt. Dabei besitzt die Kirche für die gesamte Welt ein riesiges geistiges Erbe in Christus, der sich für alle Menschen als "der Weg, die Wahrheit und das Leben" bezeichnet. Weiters ist es notwendig, dass die Kirche bei ihrer Verkündigung stets jenen Weg wählt, den auch Christus gegangen ist: den Weg der Armut, des Gehorsams, des Dienstes und der Selbsthingabe. Nur so wird sie ihrer missionarischen Sendung gerecht und erreicht alle Völker mit ihrer Botschaft.

Seit 22. 2. 1999 ist er Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke - Missio Austria

Seit Mai 2001: Interimistischer Leiter des Referates der Erzdiözese Wien für Mission und Entwicklung

Foto: (c) Missio







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