24 März 2004, 09:57
Vatikan veröffentlicht Buch über Märtyrer des Ostens im 20.Jahrhundert
 
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Das Werk verleiht jenen eine Stimme, die so viel gelitten haben, sagte der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Ostkirchen bei der Präsentation.

Vatikan (www.kath.net / CWNews.com / VIS) Der Vatikan hat ein umfassendes Werk über die katholischen Märtyrer der Ostkirchen im 20. Jahrhundert veröffentlicht. Das Buch trägt den Titel "Glaube und Martyrium". Es dokumentiert die Unterdrückung der unierten Ostkirchen unter anderem in der Ukraine, in Rumänien oder der Slowakei. Das Werk "gibt jenen eine Stimme, die so viel gelitten haben", erklärte der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Ostkirchen, Kardinal Ignace Moussa Daoud, am Dienstag bei der Präsentation des Buches. Das Zeugnis dieser Märtyrer habe den katholischen Kommunitäten in den einzelnen Ländern neues Leben geschenkt. "Die Kirchen des östlichen Ritus in der Ukraine wurden von den Orthodoxen als falsche Ostkirche angesehen, aber auch von römisch-katholischer Seite als nicht ganz echte Katholiken", erklärte der Kardinal. Das Buch dokumentiert die Beiträge eines Symposiums, das im Vatikan im Oktober 1998 gehalten wurde. Es gebe keine Erbitterung, weil die Erinnerung an die Märtyrer stets eine "Reinigung" darstelle, sagte der Kardinal.

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Zeugnis von seinen Erfahrungen gab der rumänische Bischof Tertulian Ioan Langa von Cluj-Gherla. Er war 16 Jahre im Gefängnis und wurde dort grausamst behandelt. Der 82-jährige Bischof erklärte, das Buch sei eine Form der Befreiung für jene, die wie er gelitten hätten. "Ich habe niemals viel über diese tragischen Erfahrungen geschrieben", sagte er. "Wer kann glauben, was unglaublich scheint?" Er habe durch seinen Bischof und verschiedene Lehrer begriffen, was Kommunismus bedeute, "was es heißt, Christus aus der Gesellschaft zu eliminieren". Er unterstrich den "krassen Unterschied" in der Wahrnehmung und Reaktion auf den Kommunismus zwischen Christen und westlichen Intellektuellen und den Menschen im Osten, die den Kommunismus durchlebt haben.

Der 77-jährige Bischof Pavlo Vasylyk von Kolomyia-Chernivtsi in der Ukraine, war über Jahrzehnte hinweg inhaftiert. "Durch das Evangelium sind wir menschlich geblieben", trotz der unmenschlichen Behandlung, der alle religiösen Gefangenen ausgesetzt waren, erklärte er. 1947 bis 1956 war er inhaftiert, in dieser Zeit wurde er zum Diakon geweiht. Er übte seinen Dienst im Gefängnis aus, die Kraft dazu fand er nur, "weil das, was für einen Menschen unmöglich ist, für den Herrn möglich ist". Vasylyk: "Die Bedingungen, unter denen wir in den Konzentrationslagern lebten, waren erbarmungslos, schlimmer als in deutschen Konzentrationslagern." Nach seiner Freilassung 1956 wurde er zum Priester geweiht, 1959 erneut inhaftiert, nach seiner erneuten Befreiung1964 ins Exil geschickt. 1974 wurde er zum Bischof geweiht, stand jedoch unter permanenter Verfolgung durch den KGB. Am 4. August 1987 sei die ukrainische griechisch-katholische Kirche "aus den Katakomben in eine normales religiöses Leben" heraus gekommen, berichtete der Bischof.

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