08 Januar 2020, 10:00
Moskauer Patriarch fordert zum Weihnachtsfest orthodoxe Einheit
 
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Vor allem serbisch- und russisch-orthodoxe Christen sowie arabischstämmige orthodoxe Christen haben Weihnachten nach dem Julianischen Kalender gefeiert - Kairo: Präsident Al-Sisi kam wieder zur koptischen Weihnachtsliturgie

Moskau-Belgrad-Kairo (kath.net/KAP) Millionen orthodoxe Christen und Katholiken der orientalischen Kirchen weltweit haben am Montag (Heiliger Abend) und Dienstag (Christtag) das Weihnachtsfest nach dem Julianischen Kalender gefeiert. Die Patriarchen Russlands und Serbiens forderten dabei in Weihnachtsbotschaften den Zusammenhalt der orthodoxen Kirche. Der Moskauer Patriarch Kyrill I. rief in seiner am Dienstag landesweit in den Weihnachtsmessen verlesenen Botschaft dazu auf, für die "Stärkung der orthodoxen Einheit" zu beten. Momentan erschütterten "Wellen der Unruhen das Schiff der Kirche", betonte er, ohne den orthodoxen Streit um die Ukraine beim Namen zu nennen.

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Heute sehe man, wie Menschen, "vom Feind und Versucher verblendet, der Quelle lebendigen Wassers die trübe und brackige Quelle bösartiger Häresien vorziehen", so Kyrill I. Er mahnte, Missverständnisse und Konflikte zu überwinden und Spaltungen zu heilen. Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej I. unterstrich in seiner Weihnachtsbotschaft in Belgrad, alle orthodoxen Landeskirchen seien verpflichtet, "einander zu achten und zu ehren". Nichts dürfe ohne gemeinsame Vereinbarungen getan werden, nichts mit Gewalt.

Auch Papst gratulierte

An dem von Kyrill I. in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gefeierten Weihnachtsgottesdienst nahmen laut dem Moskauer Patriarchat auch der Vatikanbotschafter, Erzbischof Celestino Migliore, und Moskaus katholischer Erzbischof Paolo Pezzi teil.

Papst Franziskus hatte den Ostkirchen bereits am Montag ein frohes Fest gewünscht. "Ihnen und ihren Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden des Erlösers Jesus Christus", sagte das katholische Kirchenoberhaupt beim mittäglichen Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom.

Kein gemeinsames Weihnachtsdatum

Der Julianische Kalender hinkt seit der Kalenderreform des Jahres 1582 dem damals eingeführten westlichen Gregorianischen Kalender um 13 Tage hinterher, was sich auch auf das Weihnachtsdatum auswirkt. Vor allem serbisch- und russisch-orthodoxe Christen sowie arabischstämmige orthodoxe Christen und auch einige Katholiken feiern daher erst jetzt ihre Gottesdienste zur Geburt Christi.

Die orthodoxen Kirchen von Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Albanien und Finnland hingegen übernahmen für das Weihnachtsfest zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Gregorianischen Kalender. Ihre Gläubigen feiern wie die katholischen und evangelischen Christen am 24./25. Dezember.

Orthodoxes Weihnachten in Bethlehem

Ein weiteres Mal Weihnachten wurde auch in Bethlehem gefeiert: Dort begann das orthodoxe Weihnachtsfest am Montag mit dem Einzug der orthodoxen Patriarchen. Neben dem griechisch-orthodoxen Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., zogen Vertreter der syrisch-orthodoxen, koptisch-orthodoxen und äthiopischen Kirche, begleitet von Pfadfindergruppen, durch die Altstadt zur Geburtskirche, wie palästinensische Medien berichten. An der Mitternachtsliturgie unter Vorsitz von Theophilos III. nahmen auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und ein Vertreter des jordanischen Königs Abdullah II. in der Geburtsbasilika teil.

Kairo: Al-Sisi bei koptischer Weihnachtsliturgie

In Ägyptens neuer Verwaltungshauptstadt nahe Kairo feierte der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. am späten Montagabend die Weihnachtsliturgie in der vor einem Jahr geweihten Kathedrale. Staatspräsident Abdel-Fattah Al-Sisi nahm wie schon in den Vorjahren am dem Gottesdienst teil und rief dabei sein Volk zu Zuversicht trotz der Spannungen in der Region auf. "Solange wir vereint zusammenstehen, sollten wir uns nicht sorgen", sagte er laut örtlichen Medien. Ägypten sei allen Heimat, so Al-Sisi. Es gelte, zusammenzustehen und den Zusammenhalt zu fördern. Niemand dürfe das Land in die eine oder die andere Richtung zerren.
Ägypten erhöhte zu Weihnachten die Sicherheitsvorkehrungen rund um Kirchen sowie auf Zufahrtswegen aus Sorge vor Anschlägen. Teil des Konzepts sind Kontroll- und Überwachungspunkte sowie Zugangskontrollen zu Kirchen.

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