20 Juli 2019, 10:00
Neue Suche nach vermisster Schülerin Emanuela Orlandi im Vatikan
 
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Nach erfolgloser Öffnung von Gräbern deutscher Prinzessinnen nun Ermittlungen in Gebeinhaus des deutschen Priesterkollegs

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die Suche nach der vor 36 Jahren verschwundenen Schülerin Emanuela Orlandi im Vatikan geht weiter. Am Samstag sollen im deutschen Priesterkolleg Campo Santo Teutonico zwei unterirdische Räume mit zweitbestatteten Gebeinen untersucht werden. Zuvor hatten nach mehreren Hinweisen ein vom Vatikan bestellter Gerichtsmediziner und ein Sachverständiger der Familie Orlandi zwei Gräber deutscher Prinzessinnen auf dem angrenzenden Friedhof geöffnet, diese aber leer gefunden.

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Nach internen Recherchen des Vatikan könnten die sterblichen Überreste von Sophie von Hohenlohe (1758-1836) und Charlotte Friederike zu Mecklenburg (1784-1840) in den 1960er- oder 1970er-Jahren im Zuge einer Erweiterung des Priesterkollegs umgebettet worden sein. Offenkundig wurden die betreffenden Familien aber seinerzeit nicht darüber benachrichtigt. Pietro Orlandi, der Bruder Emanuelas, der die Nachforschungen durchgesetzt hatte, nannte diesen Umstand "merkwürdig" und "nicht nachvollziehbar".

Wie Orlandi gegenüber "Kathpress" am Freitag weiter sagte, stammen die Hinweise auf das Grab Sophies von Hohenlohe und das danebenliegende Grab der Herzogin zu Mecklenburg von einem namentlich bekannten Informanten aus dem Vatikan. Dieser habe "mit Nachdruck" mögliche Entdeckungen angedeutet. Dabei sei unklar, welchen Zweck der Hinweisgeber eigentlich verfolge. Orlandi schloss nicht aus, nur als Werkzeug für ein vatikaninternes Spiel benutzt zu werden.

Ungewiss ist für Orlandi auch, was sich unter den beiden Abdeckungen der Gebeinkammern im Priesterkolleg verbirgt. Er wisse nicht, ob es nur einzelne Skelette oder die Überreste Dutzender oder Hunderter Toter seien. Die Aufgabe werde zunächst darin bestehen, eine erste Altersbestimmung vorzunehmen. Wenn sich Anzeichen fänden, dass es sich um Gebeine seiner Schwester handeln könnte, werde man einen DNA-Vergleich vornehmen.

Das Verschwinden Emanuela Orlandis ist einer der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle der jüngeren italienischen Geschichte. Die damals 15-jährige Tochter eines Vatikanangestellten war am 22. Juni 1983 vom Musikunterricht nicht nach Hause zurückgekehrt. Spekuliert wurde über einen Versuch, die Freilassung des Papst-Attentäters Ali Agca zu erzwingen, über eine Erpressung der Vatikanbank durch eine römische Mafia-Organisation oder Sex- und Drogenparties, deren Opfer Emanuela geworden sei.

Euronews - Was ist mit Emanuela Orlandi passiert? Jetzt wurden Gräber geöffnet - Gräber waren völlig leer




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Archivbild: Fahnungsplakat aus der Zeit nach dem Verschwinden Orlandis

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