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27 Februar 2019, 10:02
Geheiligt werde dein Name!

Franziskus: je mehr Raum wir durch Christus für die Heiligkeit Gottes schaffen, desto mehr wird das Böse in der Welt zurückgedrängt und kann ihr keinen Schaden mehr zufügen. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „So spricht Gott, der Herr: Nicht euretwegen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr bei den Nationen entweiht habt, wohin ihr auch gekommen seid. Meinen großen, bei den Nationen entweihten Namen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt, werde ich wieder heiligen. Und die Nationen – Spruch Gottes, des Herrn – werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise“ (Ez 36,22-23).

Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Vaterunser fort. Die achte Katechese stand unter dem Thema: „Geheiligt werde dein Name!“.

Der Papst kam heute zu den sieben Bitten, die das Gebet des Vatersunser enthält. Diese könnten in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Die ersten drei Bitten stellten das „Du“ von Gott Vater in den Mittelpunkt Die weiteren vier seien auf das „Wir“ und unsere menschlichen Bedürfnisse ausgerichtet.

Hierin liege der Kern jedes christlichen Gebets, das einerseits immer aus der Betrachtung Gottes und seines unendlichen Geheimnisses bestehe, andererseits aus der aufrichtigen Bitte um alles, was wir zum Leben brauchten.

In der ersten Vaterunserbitte – „Geheiligt werde dein Name!“ – komme das Staunen über die Schönheit und Größe Gottes zum Ausdruck und zugleich die Sehnsucht, dass alle Menschen den Vater so, wie er in Wahrheit sei, erkennten und liebten. Gott heilige uns durch seine Liebe, aber auch wir machten Gottes Heiligkeit durch unser christliches Lebenszeugnis in der Welt sichtbar.

Die Heiligkeit Gottes sei eine expandierende Kraft, und wir flehten darum, dass sie die Barrieren unserer Welt schnell zerstöre. In Christus sei der heilige Gott Mensch geworden und durch ihn verbreite sich die Heiligkeit in der Welt: „je mehr Raum wir durch Christus für die Heiligkeit Gottes schaffen, desto mehr wird das Böse in der Welt zurückgedrängt und kann ihr keinen Schaden mehr zufügen“.

Das Gebet vertreibe alle Angst. Der Vater liebe uns, der Sohn hebe seine Arme neben unseren, der Geist wirke im Verborgenen für die Erlösung der Welt. Wir schwankten nicht in Unsicherheit: „eines ist sicher: es ist das Böse, das Angst hat“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Sehr herzlich grüße ich die Pilger deutscher Sprache, insbesondere die Gruppe der Behindertenseelsorge im Bistum Mainz. Als Heilige wird man nicht geboren. Die Heiligkeit ist ein Geschenk Jesu. Im Vaterunser bitten wir den Herrn um eine größere Ausbreitung der Heiligkeit in uns und in der Welt. Der Heilige Geist begleite euch auf eurem Weg zur Heiligkeit.