22 Februar 2019, 10:30
„Nein! Nein!“ – Ein ökumenischer Zwischenruf
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Gesellschaft'
„Unser Staat nimmt den wiederverheirateten Chefarzt in Schutz. Warum eigentlich? Der Arzt ist auf diesen Arbeitgeber doch nicht angewiesen.“ Gastkommentar von Oberkirchenrat i.R. Klaus Baschang

Karlsruhe (kath.net) Ich bin evangelisch. Der Respekt vor meinen katholischen Freunden gebietet mir, nicht in innerkatholische Vorgänge hinein zu reden. Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts gegen einen katholischen Krankenhausträger ist aber keine innerkatholische Angelegenheit. Hier geht es um die Freiheit der Religionsausübung in unserem Staat.

Werbung
christenverfolgung


In meiner evangelischen Kirche hat die Eheschließung keinen sakramentalen Charakter. Darum wird auch eine Widerverheiratung nach einer Scheidung nicht kirchenrechtlich geahndet. Anders ist es in der katholischen Kirche. Insofern war die Kündigung eines Chefarztes nach der Wiederverheiratung konsequent. Er hat gegen ein wichtiges Ordnungselement seines Arbeitsgebers verstoßen, ein Ordnungselement, das das religiöse Selbstverständnis des Arbeitsgebers zutiefst berührt.

Unser Staat nimmt ihn in Schutz. Warum eigentlich? Der Arzt ist auf diesen Arbeitgeber doch nicht angewiesen. Es gibt in Deutschland genügend Kliniken, in denen er eine neue Anstellung finden kann. Es gibt aber nur die eine römisch-katholische Kirche, um deren innere Ordnung es geht. Wer verletzt denn jetzt die Freiheit der Religionsausübung nach Artikel 4 des Grundgesetzes? Der Staat selbst, gegenüber der Klinik, der er diese Freiheit zu gewährleisten hätte.

Die EU bastelt an einem neuen Moralkodex zum Schutz der Menschenwürde. Der Umgang mit dem Islam steht zur Diskussion. Er darf nach bisherigen Plänen nicht so geführt werden, dass der Islam dabei beleidigt und die Menschenwürde seiner Anhänger verletzt wird. Dürfen wir künftig islamische Christenverfolgung noch öffentlich kritisieren? Verletzen wir die Menschenwürde, wenn wir für die Bekehrung von Muslimen beten?

Klaus Baschang wurde 1976 zum Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Baden berufen, von 1991 bis 1998 war Baschang zudem ständiger Stellvertreter des Landesbischofs.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Soll in Deutschland die katholische Sexualmoral abgeschafft werden? (122)

Nach der Vollversammlung der DBK: Deutscher Katholizismus am Abgrund? (63)

Eine moralische Pflicht zum 'Kirchenaustritt'? (61)

Der Abschied von der Moral (53)

Kardinal Pell zu sechs Jahren Haft verurteilt (49)

"So eine Gesinnungsterrror gab es wohl zuletzt in der Nazizeit" (39)

Nicht richten, nicht verurteilen, immer geben und großherzig sein! (36)

Heimlicher „Höhepunkt“ des Evangelischen Kirchentags: „Vulven malen“ (34)

Papst Franziskus über 'Verschiedenheit der Religionen' (31)

Wir sind „wirklich in tiefe Schuld geraten“ (31)

"Die Schönheit Christi, des einzigen Erlösers" (25)

Jesus-Anspielung im neusten Asterixfilm – ein Grund zum Ärgern? (24)

Das Bistum Chur steht dieser Sache „machtlos gegenüber“ (23)

Missbrauch: US-Katholiken überdenken Zugehörigkeit zur Kirche (20)

„Von welchem Planeten stammen unsere kirchlichen Leiter?“ (18)