18 Februar 2019, 23:00
Organisatoren des Anti-Missbrauchgipfels im Vatikan treffen Opfer
 
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Moderator Lombardi gibt Detailprogramm des am Donnerstag beginnenden Kinderschutztreffens mit Bischofskonferenz-Vorsitzenden und Ordensverantwortlichen aus aller Welt bekannt

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Noch vor Beginn der Anti-Missbrauchskonferenz ab Donnerstag im Vatikan wollen sich deren Organisatoren auch mit Vertretern von Opferverbänden treffen. Das teilte der Moderator des vom Papst einberufenen Spitzentreffens mit Bischofskonferenz-Vorsitzenden und Ordensoberen aus aller Welt, Federico Lombardi (Foto), am Montag bei einer Pressekonferenz mit. Etliche Verbände von Betroffenen halten sich während des kirchlichen Kinderschutztreffens in Rom zu Demonstrationen und eigenen Informationsveranstaltungen auf.

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Aus ihren Reihen gab es zuletzt immer wieder Vorwürfe, dass es von Seiten des Vatikan bisher keine Signale zu einem Dialog gegeben habe. Ort und Zeitpunkt des Treffens mit den Vertretern von Opferverbänden gab Lombardi, der bei dem Pressegespräch auch das Detailprogramm des Anti-Missbrauchsgipfels vorstellte, nicht bekannt. Die Vertraulichkeit des Treffens sei eine Voraussetzung für den ungestörten Verlauf der Begegnung, erklärte er. Die Missbrauchsbetroffenen seien aber selbstverständlich frei, sich im Anschluss öffentlich zu äußern.

Auch bei dem viertägigen Anti-Missbrauchsgipfel sind laut dem am Montag bekanntgegebenen Programm Opfer von Missbrauch direkt beteiligt. Einige werden ihre Erfahrungen per Videobotschaft schildern, andere werden ihre Zeugnisse bei den täglichen Abendgebeten mit den Bischöfen und Ordensvertretern persönlich geben.

Lombardi erklärte, das Kinderschutztreffen solle die Führung der katholischen Kirche umfassend mit dem Thema Missbrauch und der Verantwortlichkeit der Hierarchie konfrontieren. Demnach gibt es täglich drei Referate mit Fragerunden sowie Beratungen der rund 190 Teilnehmer in elf nach Sprachgruppen (Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch) eingeteilten Kleingruppen. Außerdem sind Zeugnisse von Missbrauchsopfern, eine Bußfeier sowie ein abschließender Gottesdienst geplant.
Abstimmungen oder Beschlüsse über Papiere sind nicht vorgesehen. Papst Franziskus wird am Sonntagvormittag zum Abschluss der Messe eine zusammenfassende Ansprache halten. In den Tagen danach will er mit dem Vorbereitungsteam über Konsequenzen aus dem Treffen und über weitere Schritte beraten.

Die Arbeitstage des Treffens stehen unter den Hauptthemen Verantwortung, Rechenschaft und Transparenz. Am ersten Tag werden Kardinal Antonio Tagle (Manila), der vatikanische Chefaufklärer für Sexualverbrechen und maltekische Erzbischof Charles Scicluna und der kolumbianische Kardinal Ruben Salazar Gomez sprechen. Am Freitag folgen Bombays Kardinal Oswald Gracias, Blase Cupich (Chicago) und Linda Ghisoni von der Päpstlichen Behörde für Familie und Leben. Am Samstag sprechen die afrikanische Ordensobere Veronica Openibo, der deutsche Kardinal Reinhard Marx und die mexikanische Journalistin und Vatikankorrespondentin Valentina Alazraki zum Thema Transparenz.

Unter den 190 offiziellen Teilnehmern des Gipfels sind Vertreter der 114 katholischen Bischofskonferenzen aus aller Welt sowie aus rund 20 weiteren mit Rom unierten katholischen Ostkirchen. Außerdem nehmen knapp 30 männliche wie weibliche Vertreter von Ordensgemeinschaften sowie Spitzen und Mitarbeiter aus vatikanischen Kurienbehörden und weitere Experten teil. Aus Österreich reist Kardinal Christoph Schönborn nach Rom.

Die Eröffnung der Konferenz Donnerstagfrüh (9 Uhr) und alle Hauptvorträge der Beratungen in der Neuen Synodenaula im Vatikan werden über das Portal "Vatican News" live übertragen. Gleiches gilt für die Bußfeier am Samstag und den abschließenden Gottesdienst am Sonntagvormittag, die beide in der Sala Regia des Apostolischen Palastes stattfinden. Unter der Webadresse www.pbc2019.org ist am Montag auch ein begleitendes Onlineportal zu der Konferenz und zu Kinderschutzmaßnahmen in der Kirche online gegangen.

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