15 Februar 2019, 11:00
„Vor allem habe ich euch überliefert“ – „Der Grund, auf dem ihr steht“
 
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„Ist das, was Kardinal Müllers Manifest uns sagen will, nicht genau das Gleiche, was der Völkerapostel in diesem Abschnitt für seine Zeit sagt?“ Gedanken eines Nichttheologen. Von Stefan Fleischer

Grenchen (kath.net/sf) Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift … (1 Kor 15.1-5)

War es bewusst oder Zufall oder Vorsehung? Das Glaubensmanifest von Gerhard Kardinal Müller trägt das Datum vom Sonntag, 10. Februar 2019, an welchem in diesem Jahr die erste Lesung dem ersten Korintherbrief, Kapitel 15 Verse 1-11, entnommen ist. Als ich im Gottesdienst den Text hörte, berührte er mich eigenartig. Ist das, was dieses Manifest uns sagen will, nicht genau das Gleiche, was der Völkerapostel in diesem Abschnitt für seine Zeit sagt? Geht es nicht an beiden Orten um die Vollständigkeit und Reinheit der Glaubensbotschaft? Und ist diese Mahnung heute nicht vielleicht sogar dringender denn je?

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Den Hauptakzent legte der Prediger bei uns auf unsere Berufung als Christen, welche wir in der Taufe erhalten habe. Auch wir müssten, wie der Prophet Jesaia in der ersten Lesung (Jes 6,8), auf die Frage Gottes an uns alle: "Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen?" antworten: "Hier bin ich, sende mich!" Unseren Auftrag beschrieb er als die Verkündigung der frohen Botschaft für alle Menschen, durch unser Wort und unser ganzes Leben. Es gehe um eine Botschaft der Hoffnung, der Hoffnung auf unseren Gott, der die Liebe ist. Dieser ist in Jesus Christus in unsere Geschichte eingetreten. Seinem Beispiel sollten wir folgen, alle Tage unseres Lebens.

Ich gehe einmal davon aus, dass unserem Prediger, so wie ich ihn kenne, der Unterschied zwischen seinen Ausführungen und jenen des Völkerapostels gar nicht richtig bewusst war. Vielleicht hätte ich ihn auch nicht bemerkt, wenn ich nicht kurz vor dem Gottesdienst dieses Glaubensmanifest nochmals gelesen hätte. Es geht um die Frage, welches denn der Grund ist, auf dem wir Christen stehen, jener Wortlaut, an dem wir festzuhalten haben, damit wir gerettet werden. Es geht darum, welchen Stellenwert wir der Tatsache zumessen, dass, wie Paulus formuliert, "Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift." Es geht um den Unterschied, welcher letzten Endes zwischen der Befreiungstheologie und der Erlösungstheologie besteht, um unser Heil, hier und jetzt und im ewigen Leben. Es um nicht mehr und nicht weniger als um jene Wahrheit für die wir Zeugnis abzulegen berufen sind, um die ganze, ungeschönte Wahrheit unseres Glaubens.


Für Paulus war es klar. "Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. (1.Kor 1,23-24)" Das sollte auch für unsere Kirche, all ihre Hirten, aber auch für uns alle, wieder klar werden. Dann würden wir auch den ganzen Rest des Glaubens wieder besser verstehen und leben können.

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Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
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