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08 Februar 2019, 18:00
Strategien des Teufels gegen gute Menschen

Der Teufel wird versuchen, die Tugenden gegen die Menschen zu richten, die heilig werden wollen. Er wird versuchen, das Gute zu verwenden, um die Menschen zum Bösen zu verführen, schrieb der italienische Priester Lorenzo Scupoli im 16. Jahrhundert.
New York City (kath.net/jg)
Der italienische Priester Lorenzo Scupoli hat im 16. Jahrhundert zwei Strategien des Teufels beschrieben, mit denen dieser die Menschen zu Fall bringen will, die in der Heiligkeit wachsen. Philip Kosloski hat Scupolis Gedanken auf Aleteia zusammengefasst.

Der Teufel wird versuchen, sogar die Tugenden als Waffe gegen die Menschen einsetzen und sie zu Lastern verkehren, schreibt Scupoli in seinem Buch „Der geistliche Kampf“. Er wendet dabei zwei Strategien an.

Zum einen wird er uns mit der Vorstellung von guten Taten in Versuchung führen, die wir nicht durchführen können. Das kann in uns Enttäuschung und Frustration auslösen. Dieser Zustand kann eine Versuchung sein, den Kampf um die Heiligkeit aufzugeben, weil uns bewusst wird, dass wir nie perfekt sein können.

Scupoli bringt das Beispiel eines Kranken, der sein Leiden zunächst mit Geduld trägt. Der Teufel stellt ihm alle guten Werke vor, die er unter anderen Umständen tun könnte und versucht ihn davon zu überzeugen, dass er Gott viel besser dienen könnte, wenn er gesund wäre. Dann verstärkt der Teufel dieses Gefühl und macht den Kranken immer unruhiger. Je mehr dieser sich damit beschäftigt, was er alles nicht tun kann, desto aufgewühlter und unzufriedener wird er.

Die beste Abhilfe besteht darin, auf Gott zu vertrauen und sich auf das zu konzentrieren, das in der gegenwärtigen Situation möglich ist. Statt über das unzufrieden zu sein, was vielleicht sein könnte, sollten wir im Hier und Jetzt leben. Gott wird sich um den Rest kümmern.

Die zweite Strategie besteht darin, dass der Teufel die erworbenen Tugenden zum Anlass nimmt, um die Menschen stolz zu machen. Er will uns einreden, das wir selbst die einzige Ursache für die Tugend sind oder dass wir besser als andere sind. Dies führt leicht zu Hochmut.

Stattdessen sollten wir uns stets bewusst sein, wie wenig wir ohne die Gnade Gottes in religiösen Dingen wissen und tun können, empfiehlt Scupoli. Wenn wir im spirituellen Leben Fortschritte machen, hat das nichts mit uns zu tun, aber alles mit Gott, ergänzt Kosloski.