16 Dezember 2018, 12:13
Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Der Herr ist nahe!
 
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Franziskus: das Bewusstsein, errettet zu sein. Was sollen wir tun? Diese Frage ist der erste Schritt für die Umkehr, zu der wir in dieser Adventszeit eingeladen sind. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe“ (Phil 4,4-5). Dritter Adventssonntag – „Gaudete“: Ein besonderer Tag für die römischen Kinder. Viele Tausende von ihnen kamen auf dem Petersplatz zum traditionellen Gebet des Angelus zusammen und brachten ihre „Jesuskindlein“ – Bambinelli mit, um sie vom Papst segnen zu lassen, bevor sie sie am Weihnachtstag in die Krippen legen. „Liebe Kinder“, so Franziskus nach dem Angelus, „wenn ihr euch in euren Häusern im Gebet vor der Krippe versammelt und euren Blick auf das Jesuskind heftet, werdet ihr das Staunen über das große Geheimnis des Mensch gewordenen Gottes spüren und der Heilige Geist wird die Demut, Zärtlichkeit und Güte Jesu in euer Herz legen. Das ist das wahre Weihnachten!“:

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An diesem dritten Adventssonntag lade die Liturgie zur Freude ein, so der Papst. Mit diesen Worten wende sich der Prophet Zefanja an den kleinen Teil des Volkes Israel: „Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen“ (3,14-15).

Gott habe vergeben, er wolle nicht bestrafen. Folglich gebe es für die Menschen keinen Grund mehr für Traurigkeit und Entmutigung, sondern alles führte zu einer freudigen Dankbarkeit gegenüber Gott, der immer die erlösen und retten wolle, die er liebe. Die Liebe des Herrn zu seinem Volk sei unaufhörlich, vergleichbar mit der Zärtlichkeit des Vaters für die Kinder, des Bräutigams für die Braut, wie Zefanja sage: „Er freut sich und jubelt über dich, er schweigt in seiner Liebe, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag“ (V. 17).

Dieser Aufruf des Propheten sei in der Zeit, in der wir uns auf Weihnachten vorbereiteten, besonders angebracht, weil er sich auf Jesus, Emmanuel, Gott-mit-uns beziehe: „seine Gegenwart ist die Quelle der Freude“. In der Tat verkünde Zefanja: „Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte, der Held, der Rettung bringt“. Diese Botschaft finde ihre volle Bedeutung im Moment der Verkündigung an Maria. Die Worte, die der Engel Gabriel an die Jungfrau gerichtet habe, seien wie ein Echo der Worte des Propheten: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28).

In einem abgelegenen Dorf in Galiläa entzünde Gott im Herzen einer der Welt unbekannten jungen Frau den Funken des Glücks für die ganze Welt. Und heute gelte dieselbe Verkündigung der Kirche, die aufgerufen sei, das Evangelium anzunehmen, damit es Fleisch annehme und konkretes Leben werde:

„Freue dich, kleine christliche Gemeinschaft, arm und bescheiden, aber schön in meinen Augen, weil du dich nach meinem Reich sehnst und hungrig nach Gerechtigkeit bist, geduldig webst du den Frieden, du gehst nicht den Mächtigen nach, sondern bleibst treu bei den Armen. Und so hast du vor nichts Angst, doch dein Herz ist voller Freude“.

So auch die Mahnung des Apostels Paulus: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!“ (Phil 4,6). Das Bewusstsein, dass wir uns in den Schwierigkeiten immer an den Herrn wenden könnten und dass er unsere Anrufungen niemals ablehne, sei ein großer Grund zur Freude.

Um die Einladung des Herrn zur Freude zu anzunehmen, müssten wir Menschen sein, die bereit seien, sich selbst in Frage zu stellen, genau wie diejenigen, die, nachdem sie die Predigt Johannes des Täufers gehört haben, ihn fragten: „Was sollen wir tun?“ (Lk 3,10). Diese Frage sei der erste Schritt für die Umkehr, zu der wir in dieser Adventszeit eingeladen seien.



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