06 November 2018, 13:00
Die Ablehnung der Einladung zum Festmahl
 
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Franziskus in Santa Marta: der Herr bezahlt die Rechnung mit seiner Entäußerung und Demütigung bis zum Tod am Kreuz – und der Mensch lehnt die Einladung zum Festmahl ab. Wider die billige Barmherzigkeit. Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) In den Mittelpunkt seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 31. Woche im Jahreskreis stellte Papst Franziskus das Tagesevangelium nach Lukas (Lk 14,15-24). Dieses unterbreitet das Gleichnis vom Festmahl im Zusammenhang eines Essens, zu dem ein führender Pharisäer Jesus eingeladen hatte. Das heutige Evangelium stellt die Fortsetzung der Lesung vom gestrigen Montag dar. Jesus hatte einen Kranken geheilt und festgestellt, dass viele Gäste versuchten, die ersten Plätze zu besetzen. Er hatte dem Pharisäer daher geraten, die Letzten zum Mahl einzuladen, diejenigen, die die Gunst nicht erwidern können.

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An einem gewissen Punkt während des Festmahls, und hier beginnt der Abschnitt des heutigen Evangeliums, ruft einer der Gäste aus: „Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf“. Es sei dies der Abschnitt der „doppelten Ablehnung“. So erzähle Jesus die Geschichte eines Mannes, der ein großes Abendessen mit vielen geladenen Gästen gebe:

„Zur Stunde des Festmahls schickte er seinen Diener aus und ließ denen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, alles ist bereit! Aber alle fingen an, einer nach dem anderen, sich zu entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss dringend gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich! Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, um sie zu prüfen. Bitte, entschuldige mich! Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen. Der Diener kehrte zurück und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen hierher!“.

Das Evangelium ende mit einer zweiten Ablehnung, die jedoch aus dem Mund Jesu komme. Denn „wer Jesus ablehnt – Jesus wartet – er gibt eine zweite Chance, vielleicht eine dritte, eine vierte, eine fünfte ... aber am Ende ist er es, der ablehnt“:

„Und diese Ablehnung muss uns an uns denken lassen, an jene Male, da Jesus uns ruft. Er ruft uns auf, mit ihm zu feiern, in seiner Nähe zu sein, das Leben zu verändern. Denkt, dass er nach seinen engsten Freunden sucht und sie sich weigern! Dann sucht er nach den Kranken... und sie gehen. Vielleicht weigert sich einer. Wie oft hören wir den Ruf Jesu, zu ihm zu gehen, ein Werk der Nächstenliebe zu tun, zu beten, ihm zu begegnen, und wir sagen: ‚Aber entschuldige, Herr, ich bin beschäftigt, ich habe keine Zeit. Ja, morgen, ich kann nicht...’. Und Jesus bleibt dort“.

Der Papst fragte, wie oft wir Jesus auch bitten, uns zu entschuldigen, wenn er uns „ruft, um uns zu begegnen, um zu reden, um sich zu unterhalten“. Auch wir wiesen die Einladung Jesu zurück:

„Ein jeder von uns denke nach: wie oft habe ich in meinem Leben die Inspiration des Heiligen Geistes empfunden, ein Werk der Nächstenliebe zu tun, Jesus in diesem Werk der Nächstenliebe zu begegnen, zu beten, das Leben in dem zu ändern, in diesem Bereich, der nicht in Ordnung ist? Und immer habe ich einen Grund gefunden, um mich zu entschuldigen, um abzulehnen“.

Franziskus erklärte, dass am Ende in das Reich Gottes der eingehen werde, der Jesus nicht ablehne oder von ihm nicht abgelehnt werde. Und sich selbst zum Interpreten dessen machend, der denke, dass Jesus so gut sei, und am Ende alles vergebe, wandte der Papst ein:

„‚Ja, er ist gut, er ist barmherzig’ – er ist barmherzig, aber er ist gerecht. Und wenn du die Tür deines Herzens von Innen verschließt, kann er sie nicht öffnen, weil er unser Herz sehr respektiert. Jesus abzulehnen bedeutet, die Tür von Innen zu schließen, und er kann nicht eintreten. Und keiner von uns denkt darüber nach, wenn er Jesus ablehnt: ‚Ich schließe vor Jesus die Tür von Innen’“.

Doch da war ein weiteres Element, auf das sich die Aufmerksamkeit des Papstes richtete: „Wer bezahlt das Festmahl? Es ist Jesus!“ Der Apostel Paulus zeige uns in der ersten Lesung (Phil 2, 5-11) „die Rechnung dieses Festes“: „er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen, er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“.

„Mit seinem Leben“, so Franziskus, „hat Jesus das Festmahl bezahlt. Und ich sage: ‚Ich kann nicht’“. Der Herr schenke uns „die Gnade, dieses Geheimnis der Herzenshärte, der Hartnäckigkeit, der Weigerung und der Gnade des Weinens zu verstehen“

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