18 Oktober 2018, 06:00
Zeitung: Chinesische Bischöfe luden Papst nach China ein
 
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"Wir erwarten ihn. Den Zeitpunkt weiß Gott" - Auch Taiwan, das nach dem jüngsten Vatikan-China-Abkommen über weitere Beziehungen zum Heiligen Stuhl in Sorge ist, gibt Einladung an Papst Franziskus bekannt

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die beiden chinesischen Bischöfe, die an der Jugendsynode teilgenommen haben, haben Papst Franziskus in die Volksrepublik eingeladen. Das sagte einer der beiden, Bischof Josef Guo Jincai (50) von Chengde, im Interview der italienischen katholischen Tageszeitung "Avvenire" (Dienstag). Auf die Frage, wie wahrscheinlich es sei, dass der Papst kommendes Jahr China besuche, sagte Guo: "Wir haben den Papst eingeladen, nach China zu kommen. Wir erwarten ihn. Den Zeitpunkt weiß Gott."

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Guo sowie Bischof Johann-Baptist Yang Xiaoting hatten kurzfristig von den chinesischen Behörden eine Ausreisegenehmigung zur Teilnahme an der Welt-Bischofssynode zum Thema Jugend erhalten. Allerdings mussten sie am Montag wieder zurückreisen. Als Grund werden Verpflichtungen in ihren Heimatbistümern angegeben sowie die begrenzte Ausreiseerlaubnis. Kurz vor der Heimreise besuchten sie noch chinesische Katholiken in Italien.

Möglich geworden sei ihre Teilnahme aufgrund des vorläufigen Abkommens, das der Vatikan am 22. September mit Peking schloss, hatte der Vatikan Anfang Oktober mitgeteilt. Wie Guo "Avvenire" sagte, hätten beide im vatikanischen Gästehaus Santa Marta gewohnt und dort auch mit dem Papst gesprochen. Die Begegnung mit ihm wie mit den anderen Bischöfen sei ein einzigartiges Erlebnis gewesen, mit dem sie nie gerechnet hätten, so der Geistliche.

Einladung auch aus Taiwan

In den vergangenen Tagen wurden mehrere Einladungen für den Papst nach Ostasien bekannt, wenn auch noch nicht offiziell bestätigt. So haben auch Taiwans Staatspräsidentin Tsai Ing-wen und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un dem katholischen Kirchenoberhaupt jeweils Einladungen übermitteln lassen. Franziskus selber sagte unlängst, er hoffe, dass 2019 eine geplante Reise nach Japan zustande komme.

Das taiwanesische Präsidialamt teilte auf seiner Webseite mit, Vize-Präsident Chen Chien-jen habe dem Papst die Einladung bei der Heiligsprechungsfeier am vergangenen Sonntag auf dem Petersplatz überbracht. Vatikansprecher Greg Burke teilte hingegen am Montagabend auf Anfrage mit, bislang sei noch keine Einladung eingegangen. Die taiwanesische Botschaft beim Heiligen Stuhl hat sich auf Anfrage dazu bisher noch nicht geäußert.

Taipeh beobachtet nach jüngsten Vatikan-China-Abkommen die weiteren Beziehungen zum Heiligen Stuhl mit Sorge. In einer Stellungnahme wenige Tage vor Bekanntgabe des Abkommens erklärte Taiwans Botschafter beim Heiligen Stuhl, Matthew S.M. Lee, sein Land wolle alles dafür tun, dass die diplomatische Partnerschaft zwischen Taiwan und dem Vatikan fortgeführt und ausgebaut werde. Im Vatikan habe man ihm versichert, die jüngste Vereinbarung zwischen Peking und dem Vatikan betreffe ein "religiöse Anliegen" und habe "keine politischen oder diplomatischen Konnotationen".

Der Vatikanstaat ist eines der wenigen Länder, das mit Taiwan volle diplomatische Beziehungen unterhält, aber nicht mit der Volksrepublik China. Der erste Botschafter Taiwans wurde bereits 1943 nach Rom entsandt.

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