16 September 2018, 10:00
Für Freiheit statt Abtreibungsschmerz
 
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"9. Marsch fürs Läbe" widmete sich in Bern dem Schmerz der Mütter nach der Abtreibung – Betroffene: "Als ich damals mein Kind hatte abtreiben lassen, dachte ich, ich könnte für den Rest meines Lebens nicht mehr froh werden"

Bern (kath.net/Marsch fürs Läbe) Der "9. Marsch fürs Läbe" trug am Samstag ein gesellschaftliches Tabu an die Öffentlichkeit: die zahlreichen Leiden von Frauen und Männern nach einer Abtreibung. Persönliche Berichte von Betroffenen, ein Plädoyer der Nationalrätin Andrea Geissbühler und die Lancierung einer Petition an den Bundesrat prägten die Kundgebung auf dem Bundesplatz. Die Veranstaltung der friedlichen Lebensschützer konnte dank massivem Polizeischutz wie geplant durchgeführt werden.

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Unter dem Motto "Abtreibung, der Schmerz danach!" fand am 15. September, in Bern auf dem Bundesplatz der 9. Marsch fürs Läbe statt. Ungeachtet der erhaltenen Drohbriefe versammelten sich nach Zählung der Organisatoren ungefähr 1500 Anhänger und Sympathisanten zur überkonfessionellen Veranstaltung auf dem Bundesplatz.

Post Abortion: das Leben danach

Nach internationalen Grussbotschaften aus Europa und Amerika, insbesondere dem päpstlichen Botschafter in der Schweiz, Erzbischof Thomas E. Gullicksen, und einem dreisprachigen Musikprogramm, berichteten zwei betroffene Frauen (eine davon per Video) von ihren Leiden nach einer Abtreibung, allgemein unter "Post-Abortion-Syndrom" bekannt. Erika Wick, Gründerin der Beratungsstelle "Endlich wieder leben!" schilderte beispielhaft: "Als ich damals mein Kind hatte abtreiben lassen, dachte ich, ich könnte für den Rest meines Lebens nicht mehr froh werden. In den nachfolgenden sechs Jahren verlief mein Leben in etwa so, wie ich es heute als "durch die Hölle gehen bezeichnen würde." Je mehr sie ihre Gefühle unterdrückte, desto intensiver entwickelte sie Depressionen bis hin zu Todessehnsüchten. In einem zweijährigen Prozess fand sie Heilung und Freiheit durch "Gottes Liebe und Annahme" und ermutigt heute Frauen und Männer, mit ihrem Leiden nicht alleine zu bleiben, sondern einen Weg der Beratung und Vergebung zu gehen. So sei "ein neues Leben voller Hoffnung und Perspektive" möglich.

Sinnleere minimieren

Nationalrätin Andrea Geissbühler setzte die etwa 10‘000 jährlichen Abtreibungen in der Schweiz in den Kontext des verantwortlichen Umgangs mit der Sexualität. Liebe und Sex könnten wunderbar zusammengehören. Vertrauensvolle Beziehungen würden auch die Abtreibungsraten senken. "Es kann nicht sein, dass in der heutigen aufgeklärten Zeit tausende von Babys abgetrieben werden. Die Sinnleere in unserer Gesellschaft, die lebenslangen Depressionen und seelischen Schäden der Betroffenen nach erfolgten Abtreibungen, aber auch die Verluste an wertvollen Menschenleben könnten damit minimiert werden", so Geissbühler.

Bundesrat soll über die Folgen von Abtreibungen informieren

Mit der heute lancierten Petition wird der Bundesrat gebeten, sich ein umfassendes, wissenschaftlich gestütztes Bild über die gesundheitlichen Folgen von Abtreibungen zu verschaffen. Der Bundesrat soll sich zudem bei den kantonalen Behörden dafür einsetzen, dass in Schule und Universität sowie in Beratungsstellen, Arztpraxen und Spitälern angemessen über die schmerzlichen Folgen von Abtreibungen informiert werde. Das oberste Ziel soll wieder werden, schwangere Mütter für ein gemeinsames Leben mit dem Kind zu bewegen.

Der Marsch fürs Läbe ist international mit Lebensrechtsbewegungen vernetzt. Eine überkonfessionelle christliche Trägerschaft setzt sich mit dem Marsch fürs Läbe mit demokratischen und gewaltfreien Mitteln für das Lebensrecht ungeborener Kinder, auch mit einer Behinderung, ein.

Fotos Marsch fürs Läbe in Bern 2018








Foto © Marsch fürs Läbe

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