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10 April 2018, 11:45
Woelki, Schick und Oster verteidigen Brief an den Vatikan

Schick: „Es ist ein vertraulicher Brief mit Fragen an Mitarbeiter des Papstes in Rom, dem die Einheit im Glauben, der Verkündigung, der Liturgie und der Disziplin aufgetragen ist.“

Rom (kath.net)
Kardinal Woelki, Erzbischof Schick und Bischof Oster haben ihren Brief an den Vatikan, in dem die Frage der Kommunion für evangelische Christen thematisiert wurde, verteidigt. Inhaltlich geht es darum, dass die Bischöfe ein Dokument, welches von der Deutschen Bischofskonferenz mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen wurde, als unrechtmäßig ansehen, da der Inhalt aus ihrer Sicht gegen die katholische Glaubenslehre und die Einheit der Kirche verstoße.

Bereits am Wochenende hat Rainer Maria Kardinal Woelki gegenüber dem Domradio mitgeteilt: „Wir haben in der Bischofskonferenz über eine wichtige Frage gesprochen, nämlich über die Seelsorge von konfessionsverschiedenen Ehepaaren. Wir haben darüber diskutiert und waren unterschiedlicher Meinung, ob wir Lösungen finden können, die pastoral wichtig sind und die wir als deutsche Teilkirche treffen können oder ob es nicht wichtig ist und richtig wäre, eine solche Lösung mit Blick auf die Gesamtheit der Universalkirche anzugehen.“ Woelki verwies dann auf darauf, dass der Protestantismus ein weltweites Phänomen sei. „Wir waren mit einigen Bischöfen der Überzeugung, dass es gut wäre, die hier bei uns diskutierte und gefundene Lösung auch universalkirchlich mit Blick auf die Einheit der Kirche und auf die Gemeinsamkeit mit den anderen Teilkirchen abzustimmen. Ich denke, es ist gut, solche wichtigen Fragen mit Blick auf die Einheit in der Kirche zu diskutieren und abzustimmen. Um nichts anderes geht es bei dieser Fragestellung. Ein bisschen mehr Ruhe und Gelassenheit wären also angebracht. Es erstaunt mich schon, was da so alles geschrieben, gemutmaßt und unterstellt wird. Das ist für mich wirklich nicht nachzuvollziehen.“

Gestern hat auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick seinen Vorstoß verteidigt. Gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ erklärt er: „Das war kein unsolidarischer Brief. Ich war mit einigen Bischöfen der Ansicht, dass Antworten aus Rom auf einige Fragen grundsätzlicher Art für uns alle wichtig wären. Es war kein Brandbrief und kein Verweigerungsbrief, dem es darum geht, zu verhindern, dass evangelische Christen in konfessionsverschiedenen Ehen zur Kommunion gehen dürfen.“ Laut Schick sollte der „vertrauliche Brief“ zeitgleich auch dem DBK-Vorsitzenden Reinhard Kardinal Marx geschickt werden. „Mir ging es nie darum, gegen etwas oder gegen jemanden zu sein. Es ist ein vertraulicher Brief mit Fragen an Mitarbeiter des Papstes in Rom, dem die Einheit im Glauben, der Verkündigung, der Liturgie und der Disziplin aufgetragen ist. Nach meinem Kenntnisstand sollte der Vorsitzende zeitgleich informiert werden.“

Auch der Passauer Bischof verteidigt in einem Beitrag für „Passauer Bistumsblatt“ den Brief. Es sei den Unterzeichnern keinesfalls daran gelegen, andere Bischöfe abzuwerten. Auch ihm und den anderen Unterzeichnern seien „sowohl die Einheit in der Bischofskonferenz wichtig, wie auch das Vorankommen in der Ökumene“. Oster stellte aber die Frage, „ob der eingeschlagene Weg in dieser Weise gangbar ist“. Sollte Rom den Beschluss der Bischofskonferenz bestätigen, sei er „selbstverständlich bereit, ihn für unser Bistum mitzugehen“.

Archivfoto: Die Kuppel des Petersdoms