22 März 2018, 12:30
D: Muslimische Schulgebete in katholischem Privatgymnasium
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Schule'
Beim täglichen Morgengebet zu Beginn des Unterrichts am Salvatorkolleg Bad Wurzach können seit Januar 2018 auch muslimische Gebete verwendet werden.

Bad Wurzach (kath.net/jg)
Am Salvatorkolleg in Bad Wurzach, einem katholischen Privatgymnasium, sind seit Januar 2018 muslimische Gebete beim Morgengebet möglich. Damit solle zum Ausdruck kommen, dass Religion am Salvatorkolleg wichtig sei, an der Schule Respekt voreinander gelebt werde und Schülerinnen und Schüler anderer Glaubensrichtungen als Bereicherung empfunden würden, schreibt der Schulleiter.

Werbung
weihnachtskarten


Der Schultag am Salvatorkolleg beginnt mit dem Morgengebet zu Beginn der ersten Schulstunde. Dabei sucht einer der Schüler oder die Lehrperson ein Gebet aus, welches er oder sie dann vorbetet. Dabei stehen alle, um damit ihren Respekt vor dem Gebet auszudrücken. Es wird nicht erwartet, dass alle Schüler mitbeten, heißt es in einem Brief des Schulleiters.

In das zugehörige Gebetbuch wurden mit Beginn dieses Jahres auch muslimische Gebete aufgenommen. Muslimische Schüler könnten eines dieser Gebete wählen, wenn sie mit dem Vorbeten an der Reihe seien. Dies sei nicht in der Absicht geschehen, gemeinsames interreligiöses Beten einzuführen. Die bestehenden Unterschiede zwischen den Religionen sollten nicht negiert werden. Es handle sich vielmehr um ein „Beten in Anwesenheit der anderen“, wie Schulleiter P. Emde schreibt. Seit Johannes Paul II. würde dies von den Päpsten regelmäßig gepflegt, fügt er hinzu.

Im Anschluss zitiert Emde Ausschnitte aus Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils, die sich wertschätzend zum Islam äußern, nämlich Nostra aetate 3 und Lumen gentium 16.

Eine Gruppe kritischer Eltern schreibt in einer Stellungnahme, eine katholische Schule dürfe nicht gegen das 1. Gebot handeln, in dem es heißt: „Ich bin der Herr dein Gott, du sollst nicht andere Götter haben neben mir.“ Sie weisen auf die unterschiedlichen Gottesvorstellungen im Islam und Christentum und die sich daraus ergebenden Differenzen über Jesus Christus und seine Rolle in der Heilsgeschichte. Trotz der Hinweise des Schulleiters fürchten sie, dass durch die geplante Gebetspraxis bei den Kindern Verwirrung gestiftet werde.

Foto: Symbolbild

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Vatikan bestätigt Wucherpfennig als Frankfurter Hochschulrektor (62)

Opfer sagt, er musste sich vor Bischof Janssen nackt ausziehen (43)

Die Mächte der Finsternis (41)

USA: Vatikan untersagt Beschluss von Anti-Missbrauchsmaßnahmen (41)

Du sollst nicht falsch aussagen gegen deinen Nächsten (39)

'Auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen' (34)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (26)

Italiens Bischöfe wollen Vaterunser-Bitte ändern (23)

Agatha Christies Beitrag zur Rettung der Tridentinischen Messe (19)

McCarrick-Skandal: US-Bischöfe wagen keine Forderung an Vatikan (19)

Grüner Ministerpräsident: 'Männerhorden raus' (18)

„Bischöfe scheinen wie gelähmt, das Oberhaupt packt nicht wirklich an“ (17)

Franziskus ist "kein undogmatischer oder evangelischer Papst" (13)

'Ich liebe Papst Franziskus, aber er hat mein Herz gebrochen' (12)

"Die Hobby-Journalisten von der Süddeutschen" (12)