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22 Februar 2018, 11:30
AFD kritisiert Ausgrenzung durch ZdK-Präsident

Sternberg möchte, dass sich die katholische Kirche von der AFD abgrenzt. AFD-Politiker Frisch: "Warum gibt es nicht gleichzeitig auch Abgrenzungsbeschlüsse gegen jene Parteien, die ein vermeintliches Recht auf Abtreibung fordern?"
Berlin (kath.net)
Der kirchenpolitische Sprecher der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion, Michael Frisch, hat am Mittwoch den Abgrenzungsbeschluss, den der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, kritisiert. Sternberg, ein CDU-Politiker, möchte, dass sich die katholische Kirche von der AfD abgrenzt. Frisch hält diese Forderung für sachlich falsch und kritisiert sie als Dialogverweigerung seitens der Kirche. "Die von Sternberg vorgebrachten Gründe für einen solchen Abgrenzungsbeschluss sind nicht überzeugend. Selbst wenn man die Äußerungen einiger AfD-Politiker so bewertet, wie er das macht, dann verbietet es sich, daraus eine Pauschalverurteilung einer demokratischen Partei abzuleiten, die bei der letzten Bundestagswahl von fast 6 Millionen Wählern unterstützt wurde. Ein solches Verhalten verträgt sich weder mit intellektueller Redlichkeit, noch mit der christlichen Tugend der Gerechtigkeit. Auch in der Kirche gab es immer wieder Einzelne, die nicht nur mit problematischen Aussagen, sondern sogar mit schweren Verstößen gegen die Humanität aufgefallen sind. Herr Sternberg würde sich mit Recht gegen den Versuch verwahren, die Kirche deswegen insgesamt an den Pranger zu stellen. Zudem ist es unverständlich, warum er nicht gleichzeitig auch Abgrenzungsbeschlüsse gegen jene Parteien fordert, die ein vermeintliches Recht auf Abtreibung propagieren oder Embryonenforschung, Leihmutterschaft und Euthanasie ‚liberalisieren‘ wollen."

Laut Frisch gäbe es unter den Mitgliedern und Wählern der AfD viele überzeugte Christen, die der ZdK-Präsident mit seinen Bewertungen in die Nähe von Rechtsextremismus oder gar Nationalsozialismus rückt. Er selbst sei studierter Theologe, ehemaliger Religionslehrer und praktizierender Katholik und fühle sich von diesen Verurteilungen betroffen und weise diese entschieden zurück. Herr Sternberg hat ebenso wenig, wie das ZdK, einen Alleinvertretungsanspruch darauf, zu entscheiden was christlich ist und was nicht. Hinzu kommt, dass mit dem geforderten Abgrenzungsbeschluss der dringend notwendige Dialog zwischen AfD und Kirche völlig zum Erliegen käme. Schon in der Vergangenheit haben kirchliche Würdenträger und Gremien mehr über die AfD gesprochen als mit ihr. Eine solche Dialogverweigerung lässt sich mit dem Auftrag der Kirche nicht vereinbaren. Wir als Partei stehen jederzeit zu Gesprächen zur Verfügung und sind gerne bereit, uns auch kritischen Fragen zu stellen. Sollte die Kirche dagegen nicht auf Dialog, sondern auf Ausgrenzung setzen, würde ich dies sehr bedauern.“