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11 Februar 2018, 12:14
Der Aussatz der Sünde

Franziskus: Jesus – der wahre Arzt von Leib und Seele, den Gottvater in die Welt gesandt hat, um die Menschheit zu heilen, die von der Sünde und deren Folgen gezeichnet ist. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Der Aussatz verschwand und der Mann war rein“: Angelus am sechsten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium von der Heilung des Aussätzigen (Mk 1,40-45).

Der Papst erinnerte daran, dass sich in den Kontext der vielen Heilungen durch Jesus der Welttag des Kranken einreiht, der heute begangen wird. Jesus sei der wahre Arzt von Leib und Seele, den Gottvater in die Welt gesandt habe, um die Menschheit zu heilen, die von der Sünde und deren Folgen gekennzeichnet sei.

Die Lage des Aussätzigen, der als unrein gelte, sei in der Tat Mitleid erregend, da ihn die Mentalität jener Zeit als unrein vor Gott und vor den Menschen ansah. Daher flehe der Aussätzige zu Jesus: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen“.

Jesus habe Mitleid. Franziskus forderte dazu auf, auf diese innere Resonanz Jesu zu achten, wie dies während des Jahres der Barmherzigkeit geschehen sei. Das Wirken Jesu, Christus selbst könne nicht verstanden werden, wenn man nicht voll in sein Herz voller Mitleid eintrete: „Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein!“.

Beeindruckend sei, dass Jesus den Kranken berühre, was absolut verboten gewesen sei. Für das Gesetz des Mose habe dies bedeutet, auch im Inneren angesteckt zu werden, das heißt: unrein zu werden. Doch in diesem Fall gehe der Einfluss nicht vom Kranken, sondern von Jesus aus, um ihm die Reinigung zu schenken. Bei dieser Heilung bewunderten wir auch den Wagemut Jesu, der sich nicht um die Gefahr der Ansteckung oder um die Vorschriften kümmere. Ihn bewege allein der Wille, jenen Mann von dem Fluch zu befreien, der ihn erdrücke.

Keine Krankheit sei Ursache von Unreinheit, nie werde die Beziehung zu Gott betroffen. Der kranke Mensch könne noch viel mehr mit Gott vereint sein. Die Sünde dagegen mache unrein: der Egoismus, der Hochmut, die Korruption und Verdorbenheit, die in die Welt kämen: „das sind die Krankheiten des Herzens, von denen man gereinigt werden muss, indem man sich an Jesus wie jener Aussätzige wendet: 'wenn du willst, werde ich rein'“.

Jedes Mal, wenn wir zur Beichte gingen, wiederhole der Herr auch uns: „Ich will, werde rein“. Auf diese Weise verschwinde der Aussatz der Seele und wir kehrten zurück, freudvoll unsere Beziehung mit Gott zu leben, und wir würden wieder in vollem Umfang in die Gemeinschaft aufgenommen.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst daran, dass die Einschreibung für den Weltjugendtag 2019 in Panama ab heute eröffnet ist. Er selbst schrieb sich am Fenster stehend über Internet mit einem Tablett ein.