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09 Februar 2018, 08:30
Bischof Bizzetti zu Brandanschlag auf Pfarrei in Trabzon/Türkei

„Es kommt immer wieder zu Einschüchterungsversuchen” - Die wiederholten Übergriffe wurden jeweils bei der Polizei gemeldet, aber mir sind keine konkreten Initiativen bekannt, die zu einer Lösung der beunruhigenden Situation beitragen würden“

Trabzon (kath.net/Fides/Päpstliche Missionswerke) Auf das Pfarrhaus der katholischen Marienkirche in Trabzon (wo vor 12 Jahren der italienische Priester Andrea Santoro ermordet wurde), ist ein Brandanschlag verübt worden. Zu dem Vorfall kam es am vergangenen Sonntag, den 4. Februar, am Vorabend des zwölften Todestages des römischen Priesters und wenige Stunden vor dem Besuch von Präsident Erdogan im Vatikan, wo das türkische Staatsoberhaupt von Papst Franziskus in Audienz empfangen wurde.

„Ein Sprengsatz“, so der Apostolischer Vikar von Anatolien, Bischof Paolo Bizzeti SJ, „wurde durch Feuer gezündet. Die Explosion beschädigte die Eingangstür des Pfarrhauses und hätte möglicherweise einen Brand verursachen können“. „Es handelt sich um eine schwerwiegende Tat“, so der Bischof weiter, „aber das ist nur eine der vielen Einschüchterungsversuche und Episoden des Vandalismus, die die Kirche von Trabzon jede Woche treffen. Es wird Abfall in Kirche geworfen und es werden Türen beschädigen die. Und die armen Gemeindepfarrer müssen ständig die Kirchen aufräumen und Schäden reparieren“.

Nach Aussage des Apostolischen Vikars von Anatolien geht es bei den Übergriffen auf Kirchen nicht um „allgemeine Ablehnung seitens der lokalen Bevölkerung, die meist friedlich ist“, sondern um „intolerante Gruppen, die immer wieder Schäden verursachen. Die kleine lokale Gemeinde ist dadurch natürlich etwas verängstigt. Die wiederholten Übergriffe wurden jeweils bei der Polizei gemeldet“, so Bischof Bizzeti, „aber mir sind keine konkreten Initiativen bekannt, die zu einer Lösung der beunruhigende Situation beitragen würden“.