01 Februar 2018, 13:00
Unterwegs in der Zeit, unterwegs zum Tod
 
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Franziskus in Santa Marta: der Tod – Tatsache, Erbe, Gedächtnis. Die Versuchung des Augenblicks. Die Bedeutung des Nachdenkens über den Tod. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Wir sind weder ewig noch vorübergehend: wir sind Männer und Frauen, die unterwegs in der Zeit sind.“ Die erste Lesung aus dem ersten Buch der Könige (1 Kön 2,1-4.10-12) bildete den Ausgangspunkt der Betrachtungen von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der vierten Woche im Jahreskreis.

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Der Bericht vom Sterben Davids bot dem Papst die Gelegenheit, über den Tod nachzudenken. So lud er alle ein, „zu beten und um die Gnade des Sinns für die Zeit zu bitten“, um nicht im Moment der Gegenwart gefangen zu bleiben, „verschlossen in sich selbst“.

Der Tod sei eine Tatsache, die alle angehe, früher oder später, aber der Tod komme:

„Doch da ist die Versuchung des Augenblicks, der sich des Lebens bemächtigt und dich dazu führt, in diesem egoistischen Labyrinth des Moments ohne Zukunft zu kreisen, immer vorwärts und rückwärts, vorwärts und rückwärts, nicht? Und der Weg endet im Tod, das wissen wir alle. Und aus diesem Grund versuchte die Kirche immer, über dieses unser Ende nachdenken zu lassen: der Tod, nicht“.

Der Tod sei ein Erbe. „Ich bin nicht der Herr der Zeit“, so der Papst. Sich dies zu wiederholen, helfe. Denn „es rettet uns vor dieser Illusion des Moments, das Leben wie eine Kette zu nehmen, deren Glieder die Momente sind, was keinen Sinn hat“. „Ich bin unterwegs und muss nach vorne blicken“, so Franziskus. Dabei sei es aber auch wichtig, die Tatsache in Betracht zu ziehen, dass der Tod ein Erbe sei, kein materielles Erbe, sondern ein Erbe des Zeugnisses:

„Und dabei müssen wir uns fragen: welches Erbe, sollte mich Gott heute rufen? Welches Erbe werde ich als Zeugnis meines Lebens hinterlassen? Das ist eine gute Frage, die wir uns stellen sollten. Und auf diese Weise: sich vorbereiten, da wir alle..., da keiner von uns ‚als Reliquie’ zurückbleiben wird. Nein, wir alle werden diesen Weg gehen“.

Schließlich sei der Tod ein Gedächtnis, ein „vorweggenommenes Gedächtnis“, das zum Nachdenken diene:

„Wenn ich sterben werde, was würde ich heute gern tun bei dieser Entscheidung, die ich heute fällen muss, in der Art, wie ich heute lebe? Es ist dies ein vorweggenommenes Gedächtnis, das den heutigen Moment beleuchtet. Die Entscheidungen, die ich alle Tage fällen muss, mit der Tatsache des Todes beleuchten“.

So werde es allen gut tun, sich als Menschen zu fühlen, die unterwegs zum Tod seien.

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