24 Januar 2018, 06:45
Kongo: Tote und Verletzte nach Angriffen auf Kirchen
 
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Kirchenvertreter erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei und Sicherheitskräfte.

Kinshasa (kath.net/KIN) Kirchenvertreter in der Demokratischen Republik Kongo erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei und Sicherheitskräfte: Bei Attacken auf über 130 katholische Kirchen seien mindestens vier Personen getötet und weitere verletzt worden.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am 12. Januar, berichtete der Sekretär der Bischofskonferenz der Kirchenprovinz Kananga, Apolinaire Cibaka Cikongo, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „In der Kathedrale der Hauptstadt Kinshasa fand gerade ein Gedenkgottesdienst für die Opfer der Übergriffe am Silvestertag statt. Nach dieser Messe setzten Armee und Polizei erneut Tränengas an, wodurch mindestens zwei Menschen verletzt wurden.“

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Hintergrund für die Attacken sind die friedlichen Proteste gegen Präsident Kabila, zu der katholische Laienorganisationen am 31. Dezember aufgerufen hatten. Der Präsident hatte nach Vermittlung durch die katholische Kirche seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit zugesagt und Neuwahlen bis Ende 2017 versprochen. Als der Termin verstrich, gingen die Menschen nach den Sonntagsgottesdiensten auf die Straße. Polizei und Militär trat ihnen mit erbitterter Härte entgegen.

In 134 Fällen sollen die Menschen auch in Kirchen und auf kirchlichen Grundstücken attackiert worden sein, zum Beispiel in der Pfarrei St. Dominikus in Limete, einem Stadtteil von Kinshasa. Cikongo zufolge wirft der dort tätige Pfarrvikar, Dominikanerpater Jean Nkongolo, Polizei und Armee vor, mit teilweise scharfer Munition auf die Gottesdienstbesucher geschossen zu haben, als sie nach dem Gottesdienst die Kirche verließen. „Die Gemeindemitglieder suchen jeden Sonntag nach der heiligen Messe die Mariengrotte auf dem Kirchengelände auf, um dort zu beten und den Segen zu empfangen. Genau in diesem Moment wurden die Gläubigen angegriffen.“

Als der Pfarrvikar dazu aufforderte, das Feuer einzustellen, sei er von einem Gummigeschoss im Gesicht getroffen und verletzt worden. „Ein Polizist zielte direkt auf seine Augen“, erzählt Cikongo. „Aber Pfarrvikar Nkongolo reagierte schnell und drehte den Kopf zur Seite. Das Geschoss traf ihn ins Gesicht.“

Auch Elektroschockpistolen und Tränengas seien zum Einsatz gekommen. Eine Frau wurde lebensgefährlich verletzt, so Cikongo. „Sie wurde in den Kopf getroffen. Alle haben gedacht, sie sei tot, aber sie hat überlebt.“ Zwei weitere Personen seien ebenfalls verletzt worden.

An manchen Orten seien die Gläubigen dadurch gezwungen gewesen, die Protestmärsche vorerst einzustellen. Doch mittlerweile überwiegt die Entschlossenheit, wie eine Mitteilung des Laien-Koordinations-Komitees der Demokratischen Republik Kongo zeigt. Dort heißt es: „Unser Marsch wird nicht aufhören, bis unsere Rechte respektiert werden und unsere Würde wiederhergestellt wird.“

„Kirche in Not“ ist den Christen der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire, seit Jahrzehnten verbunden. Das Hilfswerk fördert die Ausbildung von Seminaristen, unterstützt Priester, die über wenig bis gar kein Einkommen verfügen, mit Mess-Stipendien, fördert kirchliche Angebote in der Ehe- und Familienpastoral und finanziert den Bau von Kirchen, Seminaren und Gemeindezentren. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

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Foto: Priester versucht die Protestierenden vor dem Militär zurückzudrängen (c) Kirche in Not







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