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03 Januar 2018, 16:00
Mehr von Jesus!

Bei allem, was wir uns vornehmen, soll es uns 2018 vor allem um eines gehen: Mehr von Jesus! - Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Alexandra Hartlieb

Linz (kath.net)
Ein neues Jahr, eine neue Chance. Wer kennt das nicht: Wenn sich das Kalenderjahr dem Ende zuneigt, beginnt man sich so langsam Gedanken darüber zu machen, was in den vergangenen Monaten gut und weniger gut war. Man zieht ein persönliches Résumé und fragt sich: Was könnte ich in Zukunft besser machen?

Ich habe mir diese Frage schon sehr oft gestellt, gerade dann, wenn ich mit einem Bereich meines Lebens unzufrieden war. Es ging da beispielsweise um Sport oder Ernährung. Wiederholt nahm ich mir voller Elan große Ziele vor, machte mir Pläne, begann diese zu verfolgen und musste dann aber schnell mit Ernüchterung feststellen, dass die Begeisterung langsam wich, ich immer öfter meine Vorsätze brach und sie dann mit der Zeit ganz sein lies. Laut einer Studie hält sich die Hälfte all derer, die sich für das neue Jahr etwas vornehmen, schon bald nicht mehr an diese Vorsätze. Ich gehöre in der Regel eindeutig zu dieser Hälfte.

Vor ein paar Jahren tauchten auf Instagram immer mehr Fotos zum Thema "lowcarb" auf, also kohlenhydratarmer Ernährung und ehrlich gesagt war ich schon bald davon begeistert, wie schnell man mit dieser Methode abnehmen kann. Mir kamen vorher-nachher Bilder von jungen Frauen unter, die einen rapiden Gewichtsverlust zeigten und so nahm ich mir vor: Ab jetzt werde ich möglichst ganz auf Kohlenhydrate verzichten. Nicht lange und ich werde meine Bikinifigur für den Sommer haben.

Doch schon bald wurde mir klar, dass es für mich doch nicht gerade einfach ist, ständig Fleisch mit Gemüse oder Chiapudding zu essen. Mein Enthusiasmus verließ mich, ich erwischte mich dabei, wie ich mir doch wieder Brot kaufte und schließlich war ich von mir selbst enttäuscht.

Ähnliches erlebte ich auch in meinem Glaubensleben und ich bin mir ziemlich sicher, dass es vielen anderen Menschen schon einmal gleich ergangen ist. Zum Beispiel: Von heute an werde ich jeden Tag ein Kapitel des Alten und Neuen Testamentes lesen, Laudes, Vesper und Komplet, so wie den Rosenkranz beten und und und... Im Alltag angekommen merkte ich dann, dass der Tag nur 24 Stunden hat und abends nach Uni und getaner Arbeit, wenn alles andere erledigt war und ich im Bett lag, kam mir dann die Frage in den Kopf, wo denn bitte die Zeit für das Gebet geblieben ist.

Aber was wäre die Alternative? Die guten Vorsätze doch ganz bleiben lassen?

Ich glaube, dass Vorsätze prinzipiell etwas gutes sind, besonders im geistlichen Leben, doch müssen sie passend gewählt sein. So hat der Lebensstand einen großen Einfluss darauf, ob man gewisse Vorsätze angemessen umsetzen kann oder nicht. Es ist naheliegend, dass beispielsweise jemand, der voll berufstätig ist, vielleicht auch eine Familie hat, sich nicht immer das gleiche vornehmen sollte, wie ein Student, der verhältnismäßig mehr Freizeit hat. Dieser wird den Vorsatz, täglich in die Messe zu gehen, in der Regel leichter umsetzen können als eine Mutter, die rund um die Uhr mit der Betreuung ihre Kinder beschäftigt ist.

Man sollte sich fragen: Habe ich mir zu viel oder zu wenig vorgenommen? Sind meine Vorsätze so gefasst, dass ich sie umsetzen kann, dass ich nicht nach kurzer Zeit wieder aufgebe? Bin ich mir darüber im Klaren, wie intensiv die Umsetzung ist? Habe ich mir quantitativ zu viele Vorsätze genommen? Denke ich an kurzfristige oder langfristige Ziele? Sie sollten so gewählt sein, dass sie spezifisch und ausführbar sind. Oft ist auch der Rat eines geistlichen Begleiters hilfreich.

Wenn man dies alles bedenkt, wird man eher Erfolge erzielen können und der Frustration vorbeugen. Ich wünsche Euch allen von Herzen, dass ihr Euch für das neue Jahr gute Vorsätze für Euer geistliches Leben nehmt, dass Ihr sie mit Gottes Hilfe umsetzen könnt und er sie segnet. Bei allem, was wir uns vornehmen, soll es uns 2018 vor allem um eines gehen: Mehr von Jesus!