11 Dezember 2017, 08:45
Antisemitische Demonstrationen in Berlin – Reaktionen aus der Politik
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Antisemitismus'
CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte der „Welt: „Es hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, wenn zum Mord an Juden aufgerufen wird. Antisemitismus hat in Deutschland nichts verloren.“

Berlin (kath.net) An drei Tagen und an verschiedenen Stellen in Berlin kam es von Freitag bis Sonntag zu gewaltsamen antisemitischen Demonstrationen. Das berichtete die „Welt“. Dabei wurden Flaggen des Staates Israel bzw. Flaggen mit dem Davidsstern verbrannt und antisemitische Parolen – offenbar in deutscher und in arabischer Sprache – gerufen. Protestiert wurde gegen die angekündigte Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Die Demonstration am Brandenburger Tor wurde von den 450 Polizisten schließlich aufgelöst.

Werbung
syrien1


CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte der „Welt: „Es hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, wenn zum Mord an Juden aufgerufen wird. Antisemitismus hat in Deutschland nichts verloren.“ Er forderte, dass bei Straftaten anlässlich solcher Versammlungen „der Rechtsstaat durchgreifen“ müsse. Außerdem hoffte er auf entsprechende Gegendemonstrationen, hierfür sei die Zivilgesellschaft gefragt.

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn rief in der „Welt“ zu mehr bürgerschaftlichem Engagement gegen den Judenhass auf, es brauche „ein starkes gesellschaftliches Zeichen gegen Antisemitismus – ob importiert oder nicht“. Spahn erinnerte daran, dass es erst die Juden, dann andere Minderheiten treffe und kritisierte dann, dass man schon viel zu lange zuschaue.

Für die FDP kritisierte der Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff die Berliner Landespolitik. Er fragte gegenüber der „Welt“, wie lange der Senat noch den antisemitischen Demostrationen in Berlin zusehen wolle.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte dann endlich am Sonntagnachmittag, dass Berlin Antisemitismus und Rassismus auf Demonstrationen nicht dulden werde. Als aber am Sonntagabend Demonstranten in Berlin-Neukölln erneut eine israelische Flagge verbrannten ließ die Polizei die Demonstration trotzdem weiterlaufen, berichtete die „Welt“.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

"Wir werfen Ihnen vor, Ihr geistliches Amt zu missbrauchen!" (157)

Ex-Vatikandiplomat fordert McCarrick zu öffentlicher Reue auf (70)

Wider die verbohrten Ideologen, die harten Herzens verschlossen sind (43)

Marx verleugnet zum wiederholten Mal das Christentum (41)

Erzbistum Bamberg: Stellenausschreibung „m/w/d“ (36)

Strebt die Mehrheit der deutschen Diakone ein Schisma an? (33)

Kroatischer Bischof schoss versehentlich anderen Jäger an (32)

Vom „christlichen Abendland“ zu sprechen ist richtig! (26)

Vatikan plant Bußakt von Bischöfen weltweit zu Missbrauch (26)

'Innerlich über das Gehörte fast ein bissl erschüttert' (24)

Papst löst Kommission 'Ecclesia Dei' auf und regelt Dialog neu (22)

'Wir haben keine Meinungsfreiheit in Deutschland!' (20)

Gay-Propaganda im Linzer Priesterseminar (14)

Sternsinger: Kein Platz bei Louis Vuitton in Kitzbühel (14)

Gibt es eine katholische Position zur Grenzmauer? (14)