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10 Dezember 2017, 12:12
Der Advent – die Zeit, Raum für Jesus zu schaffen

Franziskus erinnert an den Friedensnobelpreis gegen Kernwaffen und an die Notwendigkeit, wirksame Entscheidungen gegen den Klimawandel zu treffen. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Bereitet dem Herrn den Weg!“: Angelus am zweiten Adventssonntag. Papst Franziskus verwies in seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet darauf, dass die Zeit des Advents nun eine Zeit sei, die Leeren in unserem Leben anzuerkennen und Raum für Jesus zu machen, der komme. Dies stelle die Liturgie des Sonntags in den Mittelpunkt.

Der Prophet Jesaja (Jes 40,1-5.9-11) künde das Ende des Exils in Babylon an: „Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben“ (40,3,4). Die Täler stünden für alle Leeren in unserem Verhalten vor Gott. Der Advent sei so die günstige Zeit für ein intensiveres Gebet und geistliches Leben..

Eine weitere Leere könne das Fehlen von Nächstenliebe sein. Wir seien dazu aufgerufen, gegenüber den anderen aufmerksamer zu sein, So könnten wir wie Johannes der Täufer Wege der Hoffnung eröffnen.

„Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen“ (V. 4-5). Wir sollten somit Haltungen der Milde und der Demut annehmen, um das Kommen unseres Heilands vorzubereiten. Dann werde gefordert, die Hindernisse für die Einheit mit dem Herrn zu beseitigen. Dies müsse allerdings mit Freude getan werden, da wir den Herrn erwarteten.

Im Evangelium (Mk 1,1-8) trete Johannes der Täufer als der auf, den Jesaja angekündigt habe: der „Rufer in der Wüste“. Diese Wüste erinnere auch an eine Atmosphäre der Umkehr und der Buße: „Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“ (V. 8). Der Heiland, den wir erwartete, sei fähig, unser Leben mit der Kraft des Heiligen Geistes, mit der Kraft der Liebe zu verwandeln. Denn der Geist sei es, der in unseren Herzen die Liebe Gottes ausgieße, unerschöpfliche Quelle der Reinigung, des neuen Lebens und der Freiheit“.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an die Verleihung des Friedensnobelpreises an die internationale Kampagne zur Abschaffung der Kernwaffen. Dieser werde am Tag der Menschenrechte verliehen, was an die starke Verbindung von Kernwaffen und Menscherechten erinnere. Die Würde aller Menschen müsse geschützt werden, was auch bedeute, für eine Welt ohne Kernwaffen zu arbeiten.

Franziskus rief auch in Erinnerung, dass in zwei Tagen in Paris das Gipfeltreffen „Our Planet Summit“ zwei Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen stattfinde. Der Papst sprach die Hoffung aus, dass auch diese Initiative ein Bewusstsein für den besorgniserregenden Klimawandel erwecke, der wirklich effiziente Maßnahmen gegen den erfordere.