22 November 2017, 09:20
Schavan: Papst überfordert nicht bei Migration, er ermutigt
 
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"Der Papst ist kein Fantast. Er weiß, wie anspruchsvoll Integration in jeder Gesellschaft ist", betont die deutsche Vatikanbotschafterin und Ex-Bildungsministerin

Rom (kath.net/KAP) Nach Ansicht der deutschen Vatikanbotschafterin Annette Schavan überfordert der Papst mit seinen Appellen zur Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen die Menschen nicht, sondern ermutigt sie. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress sagte sie am Dienstag in Rom: "Der Papst ist kein Fantast, er macht sich keine Illusionen. Er weiß, wie anspruchsvoll Integration in jeder Gesellschaft ist."

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Allerdings erinnere er daran, dass Schwierigkeiten niemals als Ausrede dafür dienen dürften, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Mit dem Schicksal der Flüchtlinge und dem Umgang mit ihnen sei der Kern der christlichen Botschaft angesprochen. Insgesamt erlebe sie die Amtsführung von Franziskus "als immer wiederkehrenden Aufruf zur Erneuerung". Er führe der Welt vor: "Ihr habt mehr Potenzial, als ihr denkt", so Schavan. Das gelte sowohl für die Kirche als auch für die Politik.

Vorwürfe seitens konservativer Katholiken, der Papst weiche die katholische Lehre auf, kann Schavan nicht nachvollziehen. Franziskus erinnere sie in vielem an Papst Johannes XXIII., auch indem er davor warne, dass die christlichen Ideen "die Menschen nicht mehr erreichen und nicht mehr verändern können". Wörtlich ergänzte Schavan: "Papst Franziskus möchte, dass seine Kirche in der Gegenwart ankommt und Verantwortung übernimmt."

Die frühere deutsche Bildungsministerin, die auch katholische Theologie studiert hat, ist seit Juli 2014 Deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl. Schavans Amtszeit wird nach eigener Aussage im Sommer nächsten Jahres zu Ende gehen. Das Vorhaben, im Anschluss den Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung zu übernehmen, ist kürzlich gescheitert. Diese Aufgabe soll nach Medienberichten der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert übernehmen.

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