17 November 2017, 13:00
Unterwegs zur Wirklichkeit des Todes
 
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Franziskus in Santa Marta: an den Tod denken tut gut. Es bereitet auf die Begegnung mit dem Herrn vor. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen“: Papst Franziskus lud in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der 32. Woche im Jahreskreis ein, über das Ende der Welt und das Ende eines jeden von uns nachzudenken. Dabei ging Franziskus vom Tagesevangelium (Lk 17,26-37) aus.

Der Abschnitt handle vom normalen Leben der Menschen vor der Sintflut und in den Tagen des Lot: „Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um“ (V. 27-29). Alles sei anders geworden.

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Die Kirche, die Mutter sei, so der Papst, wolle, dass ein jeder an seinen Tod denke. Wir alle seien an die Normalität des Lebens gewöhnt: an die Zeiten, Beschäftigungen, Arbeit, Momente der Ruhe, und wir dächten, dass dies immer so weitergehe. Doch eines Tages werde der Ruf Jesu ergehen, der sage: „Komm!“. Für einige werde dieser Ruf unerwartet kommen, für andere nach einer langen Krankheit. Dies wüssten wir nicht. Doch „der Ruf wird ergehen““. Und dies werde eine Überraschung sein, „doch dann wird da die andere Überraschung des Herrn sein; das ewige Leben“.

Aus diesem Grund „sagt uns die Kirche in diesen Tagen: halt ein wenig ein, halt ein, um an den Tod zu denken“. Franziskus beschrieb, was üblicherweise geschehe: auch die Teilnahme an Gebetswachen für einen Toten oder der Besuch des Grabs auf dem Friedhof werde zu etwas Gesellschaftlichem, „man geht hin, man spricht mit anderen Menschen, in einigen Fällen wird auch etwas gegessen und getrunken“. So sei derartiges eher eine weitere Versammlung, um nicht denken zu müssen.

„Und heute sagen die Kirche, der Herr mit jener Güte, die ihm eignet, zu einem jeden von uns: ‚Halt ein, halt ein, nicht alle Tagen werden so sein. Gewöhne dich nicht daran, als sei dies die Ewigkeit. Es wird ein Tag kommen, an dem du hinweggenommen werden wirst, der andere wird bleiben, du wirst hinweggenommen werden’. Das heißt es, mit dem Herrn zu gehen: daran zu denken, dass unser Leben enden wird. Und das wird gut tun“.

Dies werde gut tun: zum Beispiel angesichts des Beginns eines neuen Arbeitstages könnten wir denken: „Heute wird vielleicht der letzte Tag sein, ich weiß es nicht, doch ich werde meine Arbeit gut tun“. Und ebenso in den Beziehungen in der Familie oder wenn wir zum Arzt gingen:

„An den Tod denken ist keine hässliche Phantasie, das ist eine Wirklichkeit. Ob sie hässlich oder nicht hässlich ist, hängt von mir ab, wie ich sie denke, doch es wird sie geben, es wird sie geben. Und dort wird die Begegnung mit dem Herrn sein, er wird es sein, der entgegenkommt, er wird es sein, der sagt: ‚Komm, komm, der du von meinem Vater gesegnet bis, kommt zu mir’“.

Und wenn der Ruf des Herrn ergehe, werde es keine Zeit mehr geben, um sich um die Dinge zu kümmern. Der Papst erzählte, was ihm ein Priester vor kurzem gesagt habe:

„Neulich habe ich einen Priester getroffen, er war mehr oder weniger 65 Jahre alt, und er hatte etwas Ungutes, es ging ihm nicht gut... Er ging zum Arzt und dieser sagte nach der Visite: ‚Sehen Sie, sie haben das. Das ist eine hässliche Sache, aber vielleicht können wir es noch stoppen, wir werden das tun, und wenn es nicht gestoppt wird, dann werden wir das Andere tun, und wenn es nicht aufhört, dann werden wir anfangen, zu gehen, und ich werde Sie bis zum Ende begleiten’. Ein tüchtiger Arzt“.

So müssten auch wir handeln: „Wir wollen uns auf diesem Weg begleiten, wir tun alles, doch immer mit dem Blick dahin, auf den Tag, an dem der Herr kommen und mich holen wird, um zu ihm zu gehen“.

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